Kenntnisprüfung Niedersachsen
So läuft die mündliche Prüfung – und so bereiten Sie sich vor
Die Kenntnisprüfung ist der letzte Schritt zur Approbation, wenn Ihr Medizinstudium außerhalb der EU nicht als gleichwertig anerkannt wurde. Sie ist ein Gespräch mit einer Prüfungskommission, kein Ankreuztest. Diese Seite erklärt den Ablauf nach § 37 ÄApprO, zeigt Beispielfragen mit vollständigen Antworten und stellt die App vor, die genau dafür gebaut wurde.
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Was die Kenntnisprüfung ist
Wer als Ärztin oder Arzt mit einem Abschluss aus einem Drittstaat in Deutschland arbeiten will, beantragt die Approbation. Die Behörde prüft, ob die Ausbildung der deutschen gleichwertig ist. Stellt sie wesentliche Unterschiede fest, die auch Berufserfahrung nicht ausgleicht, muss die Antragstellerin oder der Antragsteller in einer Prüfung zeigen, dass die Kenntnisse für den Arztberuf in Deutschland reichen. Das ist die Kenntnisprüfung nach § 3 Bundesärzteordnung und § 37 der Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO). In anderen Bundesländern heißt sie auch Gleichwertigkeitsprüfung oder Defizitprüfung – gemeint ist dieselbe Prüfung.
Sie orientiert sich am Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, also am Wissensstand eines deutschen Medizinstudiums vor dem Praktischen Jahr. Vorher muss die Fachsprachprüfung bestanden sein, denn die Kenntnisprüfung wird vollständig auf Deutsch geführt.
Zuständigkeit in Niedersachsen
Den Antrag auf Approbation stellen Sie beim Niedersächsischen Zweckverband zur Approbationserteilung (NiZzA). Dort fällt auch der Bescheid, ob eine Kenntnisprüfung nötig ist. Nach Zahlung der Prüfungsgebühr meldet der NiZzA Sie bei der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) an. Die Kammer plant die Termine, lädt per E-Mail ein und führt die Prüfung in ihren Räumen in Hannover durch. Nach eigener Auskunft der Kammer gilt dabei:
- Termine werden in der Reihenfolge des Eingangs vergeben; ein Wunschzeitraum wird berücksichtigt, soweit möglich.
- Die Ladung kommt spätestens fünf Kalendertage vor dem Termin. Verschiebungen sind grundsätzlich nicht möglich; ein Rücktritt braucht einen wichtigen Grund und die Genehmigung des NiZzA.
- Die Namen der Prüfungskommission werden vorher nicht mitgeteilt.
- Hilfsmittel jeder Art sind verboten und führen zum Abbruch der Prüfung.
- Das Ergebnis erfahren Sie am Ende der Prüfung mündlich.
Verbindlich sind allein die Angaben von NiZzA und ÄKN. Diese Seite ist ein unabhängiges Lernangebot und hat keine Verbindung zu beiden Stellen.
So läuft der Prüfungstag ab
- Patientenvorstellung. Die Kommission weist Ihnen vor dem Prüfungsgespräch einen oder mehrere Patienten zu. Sie erheben die Anamnese und untersuchen unter Aufsicht eines Kommissionsmitglieds. Statt echter Patienten können auch Simulationspatienten eingesetzt werden.
- Schriftlicher Bericht. Sie fertigen über den Patienten einen Bericht mit Anamnese, Diagnose, Prognose, Behandlungsplan und Epikrise. Er wird gegengezeichnet, in der Prüfung vorgelegt und fließt in die Bewertung ein.
- Mündlich-praktische Prüfung. Je Prüfling 60 bis 90 Minuten, bei höchstens vier Prüflingen zugleich. Die Kommission besteht aus einer vorsitzenden Person und zwei weiteren Mitgliedern. Die Fragen knüpfen zuerst an Ihren Patienten an und gehen dann fächerübergreifend zu den wichtigsten Krankheitsbildern über – mit praktischen Aufgaben, etwa einem EKG oder einem Röntgenbild.
- Ergebnis. Bestanden ist die Prüfung, wenn die Kommission Patientenvorstellung und Fachleistungen in der Gesamtbetrachtung als ausreichend bewertet. Wer nicht besteht, kann die Prüfung zweimal wiederholen.
Welche Fächer geprüft werden
- Innere MedizinPflichtfach
- ChirurgiePflichtfach
- Notfallmedizinergänzend
- Klinische Pharmakologieergänzend
- Bildgebende Verfahrenergänzend
- Strahlenschutzergänzend
- Rechtsfragender ärztlichen Berufsausübung, ergänzend
- Zusatzfachwenn der Bescheid eines festlegt
In der Praxis zieht sich die Innere Medizin durch die gesamte Prüfung, die Chirurgie kommt meist über den Bauch, das Trauma und das perioperative Vorgehen. Die ergänzenden Fächer tauchen als Einzelfragen auf: ein Antidot, eine Strahlenschutzregel, die Schweigepflicht, ein Röntgen-Thorax.
Die 18 Fachgebiete der App – mit Beispielfragen
Die App ordnet ihre 2.200 Fragen in 18 Fachgebiete. Zu jedem finden Sie hier drei bis vier Fragen mit der vollständigen Antwort, so wie sie in der App steht – zusammen 60 Beispiele. Die Zahl nennt, wie viele Fragen die App zu dem Fachgebiet enthält.
- Kardiologie 336
- Pneumologie 250
- Gastroenterologie 184
- Allgemeinmedizin und Grundlagen 141
- Infektiologie 133
- Gefäßmedizin 109
- Nephrologie und Urologie 104
- Neurologie 102
- Hämatologie und Onkologie 97
- Chirurgie 95
- Pharmakologie 95
- Unfallchirurgie und Orthopädie 94
- Endokrinologie 92
- Radiologie und Bildgebung 92
- Notfallmedizin 79
- Recht und Rechtsmedizin 70
- Labor und Diagnostik 67
- Anamnese und Untersuchung 60
Wie Sie sich vorbereiten
Ehrlich gesagt: Die meisten, die durchfallen, wissen nicht zu wenig. Sie können es nicht frei und strukturiert auf Deutsch sagen. Darauf zielt jede der folgenden Empfehlungen.
- Antworten laut sprechen, nicht nur lesen. Die Prüfung ist ein Gespräch. Lesen Sie die Frage, antworten Sie laut, vergleichen Sie erst dann mit der Antwort. Wer nur wiedererkennt, besteht nicht.
- Immer dieselbe Gliederung benutzen. Definition – Ätiologie – Klinik – Diagnostik – Therapie – Komplikationen. Die Kommission hört die Struktur und muss weniger nachfragen. Alle Antworten in der App sind so aufgebaut.
- Patientenvorstellung und Bericht üben. Anamnese in zehn Minuten, Untersuchung von Kopf bis Fuß, dann den Bericht mit Epikrise schreiben. Das ist der Teil, den viele unterschätzen, weil er nicht „Wissen“ ist.
- Die Zahlen sitzen lassen. Dosierungen, Zeitfenster, Grenzwerte, Scores. Die App hebt sie fett hervor, damit sie beim zweiten Lesen hängen bleiben.
- Die Nebenfächer nicht auslassen. Rechtsfragen, Strahlenschutz, Pharmakologie und Notfallmedizin bringen sichere Punkte, weil sie planbar sind. Ein EKG und ein Röntgen-Thorax sollten Sie systematisch befunden können.
- Mit Menschen üben. Simulieren Sie die Prüfung mit jemandem, der sie bestanden hat. Auf PassPeers bieten Menschen, die die Kenntnisprüfung oder Fachsprachprüfung bereits hinter sich haben, Übungsstunden online an.
Die App: 2.200 Fragen in gesprochener Prüfungsform
„Kenntnisprüfung Niedersachsen“ ist kein Ankreuztrainer. Jede der 2.200 Fragen hat eine ausformulierte Antwort, so wie man sie am Prüfungstisch spricht – gegliedert in Definition, Ätiologie, Klinik, Diagnostik, Therapie, Komplikationen und einen Merksatz. Der Fragenkatalog folgt der Prüfungspraxis in Niedersachsen und deckt den bundesweit gemeinsamen Kern ab.
- 18 Fachgebiete, einzeln lernbar, mit Lesezeichen und Lernfortschritt je Fachgebiet
- EKG-Trainer mit 20 eigens gezeichneten 12-Kanal-Befunden
- Volltextsuche über alle Fragen und Antworten
- Statistik mit Lerntagen und Serie; 100 % erreicht, wer jede Frage zweimal gelesen hat
- Läuft vollständig offline. Kein Konto, keine Anmeldung, keine Werbung, keine Analysedienste.
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Die Fragen und Antworten wurden eigenständig verfasst. Sie ersetzen weder Lehrbücher noch die aktuellen Leitlinien und geben den Wissensstand zum Zeitpunkt der Erstellung wieder. Im Zweifel gilt die jeweils gültige Leitlinie.
Häufige Fragen
Wer muss die Kenntnisprüfung ablegen?
Ärztinnen und Ärzte mit einem außerhalb der EU erworbenen Abschluss, bei denen die Approbationsbehörde wesentliche Unterschiede zur deutschen Ausbildung festgestellt hat, die nicht durch Berufserfahrung ausgeglichen sind. Wer aus einem EU-Staat kommt, braucht sie in der Regel nicht.
Wie lange dauert die Kenntnisprüfung?
Je Prüfling mindestens 60 und höchstens 90 Minuten mündlich-praktische Prüfung, bei höchstens vier Prüflingen zugleich. Hinzu kommt vorher die Patientenvorstellung mit Anamnese, Untersuchung und Bericht; alles findet an einem Tag statt.
Wie oft kann man die Kenntnisprüfung wiederholen?
Zweimal. Für die Wiederholungsprüfung gilt derselbe Weg über NiZzA und Ärztekammer.
Was ist der Unterschied zwischen Kenntnisprüfung und Fachsprachprüfung?
Die Fachsprachprüfung prüft die deutsche Sprache im ärztlichen Alltag: Anamnesegespräch, Dokumentation, Übergabe an eine Kollegin oder einen Kollegen. Die Kenntnisprüfung prüft das medizinische Wissen und Handeln. Die Fachsprachprüfung kommt zuerst.
Gilt die App auch für andere Bundesländer?
Die Rechtsgrundlage § 37 ÄApprO gilt bundesweit, Fächer und Dauer sind überall gleich; der Fragenkatalog deckt den gemeinsamen Kern ab. Was sich unterscheidet, ist das Verfahren: Behörde, Gebühren, Wartezeiten, Zusatzfächer. Dafür gibt es die bundesweite Fassung „Kenntnisprüfung Arzt“.