Diabetes mellitus, Schilddrüse und Nebenniere: Themen mit festen Grenzwerten und Therapieschemata, die die Prüfer gern abfragen.
Beispielfrage 1 von 92 · aus der App
Was ist Metformin?
Antwort
Hauptwirkung ist die Hemmung der hepatischen Glukoneogenese, dazu verbessert es die Insulinempfindlichkeit der Muskulatur und verzögert die Glukoseaufnahme aus dem Darm. Weil es die Insulinsekretion nicht steigert, verursacht es allein keine Hypoglykämien.
Definition
Das orale Antidiabetikum der ersten Wahl beim Typ-2-Diabetes, ein Biguanid.
Therapie
Einschleichend beginnen, meist 500 Milligramm abends, Steigerung über Wochen bis maximal 2000 bis 3000 Milligramm täglich, verteilt auf zwei bis drei Gaben zu den Mahlzeiten. Günstige Nebeneffekte: leichte Gewichtsabnahme und ein gesicherter kardiovaskulärer Nutzen.
Komplikationen
Häufig gastrointestinale Beschwerden mit Übelkeit, Durchfall und metallischem Geschmack, meist vorübergehend. Bei Langzeittherapie Vitamin-B12-Mangel, deshalb Kontrolle. Selten, aber gefürchtet ist die Laktatazidose.
Merke
Kontraindiziert ab einer glomerulären Filtrationsrate unter 30 Millilitern pro Minute. Vor Operationen und vor jodhaltigem Kontrastmittel muss Metformin pausiert werden, weil eine Nierenfunktionsverschlechterung zur Kumulation und damit zur Laktatazidose führen kann.
Beispielfrage 2 von 92 · aus der App
Was ist Hashimoto-Thyreoiditis?
Definition
Eine chronische Autoimmunthyreoiditis mit lymphozytärer Infiltration und fortschreitender Zerstörung des Schilddrüsengewebes. Sie ist in Deutschland die häufigste Ursache einer Hypothyreose.
Ätiologie
Autoantikörper gegen die thyreoidale Peroxidase und gegen Thyreoglobulin. Frauen sind etwa achtmal häufiger betroffen, Häufigkeitsgipfel zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Gehäuft gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes, Zöliakie, Vitiligo und Morbus Addison.
Klinik
Meist schleichend mit Müdigkeit, Kälteintoleranz, Gewichtszunahme, Obstipation, trockener Haut, Haarausfall, Bradykardie, depressiver Verstimmung und Zyklusstörungen. Zu Beginn kann durch Zerfall der Follikel vorübergehend eine Hyperthyreose auftreten, die sogenannte Hashitoxikose. Die Drüse ist meist atroph, seltener vergrößert.
Diagnostik
TSH erhöht bei erniedrigtem oder noch normalem fT4, deutlich erhöhte TPO-Antikörper. Sonographisch eine echoarme, inhomogene, oft verkleinerte Schilddrüse. Eine Szintigraphie ist nicht erforderlich.
Therapie
Substitution mit Levothyroxin, einschleichend besonders bei älteren Patienten und koronarer Herzkrankheit, Kontrolle des TSH nach sechs bis acht Wochen. Eingenommen wird nüchtern 30 Minuten vor dem Frühstück.
Merke
In der Schwangerschaft steigt der Bedarf um etwa 25 bis 50 Prozent und muss früh angepasst werden, weil eine unbehandelte Hypothyreose die kindliche Hirnentwicklung beeinträchtigt.
Beispielfrage 3 von 92 · aus der App
Was ist Morbus Basedow?
Definition
Eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bei der Antikörper gegen den TSH-Rezeptor gebildet werden. Diese wirken stimulierend wie TSH selbst, sodass die Drüse unabhängig von der hypophysären Steuerung Hormone produziert.
Klinik
Die Merseburger Trias aus Struma, Tachykardie und Exophthalmus, wobei sie nur bei einem Teil der Patienten vollständig auftritt. Dazu Gewichtsverlust bei gutem Appetit, Wärmeintoleranz, Schwitzen, Unruhe, feinschlägiger Tremor, Diarrhö, Schlaflosigkeit und Vorhofflimmern. Die endokrine Orbitopathie mit Exophthalmus, Lidretraktion und Doppelbildern ist eine eigenständige Autoimmunreaktion gegen retrobulbäres Gewebe, seltener das prätibiale Myxödem.
Diagnostik
TSH supprimiert, fT3 und fT4 erhöht. Beweisend sind TSH-Rezeptor-Antikörper, ergänzend TPO-Antikörper. Sonographie zeigt eine diffus vergrößerte, echoarme Schilddrüse mit stark vermehrter Durchblutung im Farbdoppler, dem sogenannten vaskulären Inferno. In der Szintigraphie diffus erhöhte Speicherung.
Therapie
Zunächst thyreostatisch mit Thiamazol über 12 bis 18 Monate, dazu Betablocker gegen die adrenergen Symptome. Etwa die Hälfte bleibt danach in Remission. Bei Rezidiv definitive Therapie mit Radiojod oder Thyreoidektomie.
Merke
Rauchen ist der stärkste beeinflussbare Risikofaktor für die endokrine Orbitopathie und verschlechtert deren Verlauf erheblich. Bei ausgeprägter Orbitopathie wird die Radiojodtherapie zurückhaltend eingesetzt, weil sie den Augenbefund verschlimmern kann.