Bildgebende Verfahren und Strahlenschutz sind ausdrücklich Prüfungsinhalt nach § 37 ÄApprO: Röntgen-Thorax lesen, zwischen CT und MRT wählen, Strahlenschutz begründen.
Beispielfrage 1 von 92 · aus der App
Was sind die wichtigsten Regeln beim Strahlenschutz?
Antwort
Der Strahlenschutz ruht auf drei Grundsätzen: Rechtfertigung, Optimierung und Dosisbegrenzung. Praktisch merkt man sich Abstand, Aufenthaltsdauer und Abschirmung — die drei A.
Diagnostik
Praktische Maßnahmen: Abstand halten — die Dosis nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab, doppelter Abstand bedeutet ein Viertel der Dosis; Aufenthaltsdauer im Strahlenfeld kurz halten; Abschirmung mit Bleischürze, Schilddrüsenschutz, Bleiglasbrille und Gonadenschutz. Dosimeter tragen, hinter die Schutzwand treten, nie die Hände im Nutzstrahl halten, den Patienten nicht selbst festhalten.
Therapie
Rechtfertigung: Jede Anwendung muss einen Nutzen haben, der das Risiko überwiegt; die rechtfertigende Indikation stellt ein fachkundiger Arzt persönlich, und es wird geprüft, ob ein strahlenfreies Verfahren wie Sonographie oder Magnetresonanztomographie ausreicht. Optimierung nach dem ALARA-Grundsatz — as low as reasonably achievable: kleinstmögliche Dosis, enge Einblendung auf die Zielregion, kein unnötiges Wiederholen, Nutzung von Voraufnahmen, gepulste statt kontinuierlicher Durchleuchtung. Dosisbegrenzung: Grenzwerte für beruflich exponierte Personen von 20 Millisievert pro Jahr, für die Bevölkerung 1 Millisievert.
Komplikationen
Bei Frauen im gebärfähigen Alter wird nach einer Schwangerschaft gefragt und im Zweifel verschoben. Bei Kindern gelten besondere Vorsicht und angepasste Protokolle, weil sie strahlenempfindlicher sind und eine lange Lebenserwartung haben.
Merke
Die häufigste Streustrahlenquelle im Operationssaal ist nicht das Gerät, sondern der Patient selbst. Deshalb ist der Abstand zum Patienten der wirksamste Schutz — und in der Durchleuchtung gilt: Die Röntgenröhre gehört nach unten, der Bildverstärker nach oben.
Beispielfrage 2 von 92 · aus der App
Grundlagen von Röntgen-Thorax?
Antwort
Der Röntgen-Thorax wird immer nach demselben Schema befundet, damit nichts übersehen wird. Zuerst Patientendaten und Bildqualität, dann systematisch von außen nach innen.
Klinik
Dann systematisch nach dem Merkwort ABCDE: A für Atemwege mit Trachea in Mittelstellung und Bifurkation; B für Bones und Weichteile mit Rippen, Klavikeln, Wirbelsäule, Hautemphysem und Mammaschatten; C für Cor mit dem Herz-Thorax-Quotienten, der posterior-anterior unter 0,5 liegen muss, sowie Herzkonfiguration und Mediastinum; D für Diaphragma mit Zwerchfellstand — rechts etwa 2 Zentimeter höher wegen der Leber —, freien Randwinkeln und der Frage nach freier Luft unter dem Zwerchfell; E für alles Übrige mit Lungenfeldern im Seitenvergleich, Gefäßzeichnung, Hili, Pleura sowie Fremdmaterial wie Kathetern, Tubus, Drainagen und Schrittmacher.
Diagnostik
Qualitätsprüfung anhand von vier Kriterien: Aufnahmetechnik — Standard ist posterior-anterior im Stehen bei tiefer Einatmung; Belichtung — die Brustwirbelkörper müssen hinter dem Herzschatten gerade noch abgrenzbar sein; Inspirationstiefe — die sechste Rippe vorn oder die zehnte hinten sollte das Zwerchfell schneiden; Rotation — die Dornfortsätze müssen mittig zwischen den Schlüsselbeinenden liegen.
Therapie
Typische Befunde: Infiltrat mit positivem Bronchopneumogramm bei Pneumonie; Kerley-B-Linien, Umverteilung nach oben und Schmetterlingsödem bei Stauung; Erguss mit ansteigender Damoiseau-Linie; Pneumothorax mit Pleuralinie und fehlender peripherer Gefäßzeichnung; Rundherd; verbreitertes Mediastinum.
Merke
Das Silhouettenzeichen ist der nützlichste Kniff: Verschwindet eine normalerweise sichtbare Kontur, liegt die Verdichtung im direkt angrenzenden Gewebe. Ein aufgehobener rechter Herzrand bedeutet Mittellappen, ein aufgehobener rechter Zwerchfellrand bedeutet Unterlappen. Und im Liegen ist das Bild nur eingeschränkt beurteilbar — Ergüsse und kleine Pneumothoraces werden regelmäßig übersehen.
Beispielfrage 3 von 92 · aus der App
Wie funktioniert Doppler?
Antwort
Der Doppler nutzt die Frequenzverschiebung von Schallwellen, die an bewegten Objekten reflektiert werden. Bewegt sich Blut auf den Schallkopf zu, steigt die empfangene Frequenz; bewegt es sich weg, sinkt sie.
Klinik
Verfahren: Der kontinuierliche Doppler sendet und empfängt gleichzeitig, misst sehr hohe Geschwindigkeiten ohne Aliasing, kann aber nicht sagen, aus welcher Tiefe das Signal stammt — er wird für hohe Flüsse wie über Klappenstenosen genutzt. Der gepulste Doppler misst tiefenselektiv in einem Messfenster, unterliegt aber dem Nyquist-Limit mit Aliasing bei hohen Geschwindigkeiten. Der Farbdoppler codiert die Richtung farblich — rot auf den Schallkopf zu, blau davon weg — und wird dem B-Bild überlagert. Der Power-Doppler zeigt nur die Signalstärke ohne Richtung und ist empfindlicher für langsame Flüsse, etwa bei entzündlicher Hyperämie.
Diagnostik
Die Frequenzverschiebung ist proportional zur Geschwindigkeit und zum Kosinus des Winkels zwischen Schallstrahl und Strömungsrichtung. Daraus folgt die wichtigste praktische Regel: Der Winkel muss möglichst klein sein, unter 60 Grad, weil sonst die Geschwindigkeit erheblich unterschätzt wird. Bei 90 Grad wird gar kein Signal gemessen — anders als beim B-Bild, wo der senkrechte Anschall das beste Bild liefert.
Therapie
Angewendet wird er bei Gefäßstenosen und -verschlüssen, tiefer Beinvenenthrombose, Klappenvitien, Shunts, Nierenarterienstenose, Beurteilung der Durchblutung von Tumoren und Schilddrüsenknoten sowie in der Schwangerschaft an Nabelschnur und Aa. uterinae.
Merke
Die Merkregel: Rot ist nicht Arterie und Blau nicht Vene — die Farbe zeigt nur die Richtung relativ zum Schallkopf und kehrt sich um, wenn man den Schallkopf dreht. Das ist der häufigste Anfängerfehler.