Kenntnisprüfung Apotheker · Rezeptur und Defektur · Beispielfrage aus der App

Dürfen Sie ein Fertigarzneimittel als Ausgangsstoff in der Rezeptur verwenden?

Eine Prüfungsfrage aus dem Fachgebiet Rezeptur und Defektur der mündlichen Kenntnisprüfung für Apothekerinnen und Apotheker – beantwortet so, wie man es am Prüfungstisch sagt. Lesen Sie die Frage, antworten Sie laut, und vergleichen Sie erst dann.

Antwort

Ja, unter Bedingungen. Die Apothekenbetriebsordnung lässt Fertigarzneimittel als Ausgangsstoffe zu — Tabletten, die zu Kapseln oder Säften verarbeitet werden, Salben, in die ein Wirkstoff eingearbeitet wird, Ampullen für Augentropfen. Der Grund ist praktisch: Für viele Wirkstoffe gibt es keinen Ausgangsstoff in Arzneibuchqualität, für Kinderdosierungen keine Fertigform.
Die Voraussetzungen: Die Plausibilitätsprüfung muss die Eignung belegen — ist der Wirkstoff aus der Tablette in der neuen Form stabil und verfügbar, welche Hilfsstoffe bringt das Fertigarzneimittel mit, stört der Überzug? Retard- und magensaftresistente Formen dürfen nicht zerstört werden; Filmtabletten bringen Farbstoffe und Überzüge mit; Brausetabletten bringen Natrium.

Vorgehen in der Apotheke

Die Dokumentation: Das Fertigarzneimittel wird mit Name, Wirkstoffgehalt und Charge in Herstellungsanweisung und Protokoll aufgenommen; eine Identitätsprüfung entfällt, weil es zugelassen und chargengeprüft ist — die Charge sichert die Rückverfolgung.
Die Rechnung: Bei Tabletten wird über den deklarierten Gehalt gerechnet, bei Salben über die Konzentration; das Gesamtgewicht der Tablette zählt als Füllstoff mit.
Die Haltbarkeit ist kürzer als bei Ausgangsstoffen, weil die Stabilität der neuen Mischung nicht belegt ist — Kapseln aus Tabletten meist drei bis sechs Monate, Säfte aus Tabletten Tage bis Wochen gekühlt.
Bei Fertigsalben als Grundlage: Der Hersteller hat die Stabilität nur für sein Produkt belegt; jede Zumischung ist ein Eingriff, und die Grundlage muss zum Wirkstoff passen — eine Fertigcreme mit anionischem Emulgator verträgt keinen kationischen Wirkstoff. Das NRF empfiehlt für Glucocorticoide ausdrücklich die Verdünnung des Fertigarzneimittels mit der passenden Grundlage, weil das Pulver gefährlicher und die Dosierung ungenauer ist.
Die Grenze: Das Fertigarzneimittel darf nicht bedenklich sein und nicht zu einem Import ohne Zulassung führen; und die Verordnung muss die Verwendung tragen — bei Rabattverträgen gilt für den Ausgangsstoff die Hilfstaxe.
Die Abrechnung läuft über die Hilfstaxe als Rezepturbestandteil, nicht als Fertigarzneimittelabgabe.

Merke

Ja — mit Plausibilität, Charge im Protokoll, ohne Identitätsprüfung — keine Retard- und magensaftresistenten Formen zerstören, und die Frist wird kürzer.

Alle 2.201 Fragen üben

Die App „Kenntnisprüfung Apotheker“ enthält 2.201 Fragen mit ausformulierten Antworten in gesprochener Prüfungsform und einen Rezept-Trainer mit 29 Rezepten. Diese Frage gehört zu den 192 freien Beispielen der Web-Version – im Browser üben Sie sie kostenlos, mit Lernfortschritt und Lesezeichen. Die Vollversion kostet einmalig 29,99 € – kein Abo, kein Konto.

Ein Kauf im App Store oder bei Google Play gilt nur dort, ein Kauf im Browser nur im Browser.

Weitere Fragen aus Rezeptur und Defektur

Alle 192 Beispielfragen · Für Apothekerinnen und Apotheker · FSP-Fälle für Apotheker · Mit einem Prüfungspaten üben