Definition
Beides sind disperse Systeme — ein Stoff ist fein in einem anderen verteilt, ohne sich zu lösen:
Suspension: fester Stoff in Flüssigkeit verteilt — Zinkoxid in Wasser (Schüttelmixtur), Antibiotika-Trockensäfte, Hydrocortison-Augentropfen, Insulin-NPH. Die Teilchen sind größer als in einer Lösung, sichtbar trüb, und sie sedimentieren — deshalb „vor Gebrauch schütteln“.
Emulsion: Flüssigkeit in Flüssigkeit verteilt, die sich nicht mischen — Öl in Wasser oder Wasser in Öl. Milch, Lotionen, Cremes (halbfeste Emulsionen), Fettemulsionen zur Infusion. Sie brauchen einen Emulgator, der die Grenzfläche stabilisiert, und sie können aufrahmen oder brechen.
Wirkmechanismus
Die Stabilitätsfragen sind bei beiden physikalisch:
Suspensionen: Sedimentation nach Stokes — große, schwere Teilchen in dünnflüssigem Medium sinken schnell. Gegenmittel: Teilchen verkleinern (mikronisieren, verreiben), Viskosität erhöhen (Verdicker wie Cellulosederivate, Xanthan), Benetzung verbessern (Netzmittel), und ein lockeres Sediment anstreben, das sich aufschütteln lässt — kein festes „Caking“. Die Gleichförmigkeit der Dosis hängt am Schütteln: Wer die letzte Portion ohne Schütteln nimmt, bekommt zu viel.
Emulsionen: Aufrahmen (die leichtere Phase steigt), Koaleszenz (Tröpfchen verschmelzen), Brechen (Phasentrennung) — durch Elektrolyte, falschen Emulgator, Temperatur, Alkohol, unverträgliche Wirkstoffe. Gegenmittel: geeigneter Emulgator im passenden HLB-Bereich, Viskositätserhöhung, kleine Tröpfchen durch Homogenisieren.
Beide in der Rezeptur: Suspensionen für unlösliche Wirkstoffe zum Einnehmen (Kinder!) und auf der Haut (Schüttelmixturen, Lotio alba); Emulsionen als Cremes und Lotionen.
Die Abgrenzung zur Lösung: Eine Lösung ist einphasig, klar, sedimentiert nicht — der Wirkstoff ist molekular verteilt. Und zum Gel: Ein Gel ist ein Gerüst aus Makromolekülen in einer Flüssigkeit.
Für die Prüfung: Suspension heißt fest in flüssig, Emulsion heißt flüssig in flüssig — und beides muss man schütteln.
Merke
Fest in flüssig ist die Suspension, flüssig in flüssig die Emulsion — die eine sedimentiert, die andere rahmt auf und bricht; beide brauchen Schütteln und Stabilisatoren.