Antwort
Für Kinder — das ist die Hauptgruppe: Dosierungen, die es als Fertigarzneimittel nicht gibt, etwa Paracetamol in Zwischenstärken nach Körpergewicht, Diazepam, Chloralhydrat, Butylscopolamin, Domperidon, Metoclopramid, Antiepileptika in kleinen Dosen. Zäpfchen umgehen das Schlucken, das Erbrechen und den Geschmack.
Für Palliativpatienten, die nicht mehr schlucken können — Morphin, Levomepromazin, Haloperidol, Metoclopramid, Lorazepam als Zäpfchen —, und für Erwachsene mit Übelkeit und Erbrechen, Migräne, oder Schluckstörungen. Und lokal wirkende gegen Hämorrhoiden, Verstopfung (Glycerol), Vaginalzäpfchen bei Infektionen.
Beratung
Die Anwendung — und hier steckt die Frage, die geprüft wird: Mit welcher Seite voran? Die Zäpfchen haben eine Spitze und ein stumpfes Ende. Die Spitze voran ist das Naheliegende und macht das Einführen angenehmer — aber es gibt eine begründete Empfehlung, das Zäpfchen mit dem stumpfen Ende voran einzuführen: Der Schließmuskel schließt sich dann hinter der schmalen Spitze und zieht das Zäpfchen nach innen, statt es an der breiten Basis wieder herauszudrücken. Die Studienlage dazu ist dünn; beide Wege sind vertretbar, und das wichtigste ist, dass es drinbleibt.
Die weiteren Hinweise: vorher zur Toilette, wenn möglich; das Zäpfchen in der Hand kurz anwärmen oder unter warmem Wasser, nicht in heißem; bei Bedarf die Spitze mit Wasser oder etwas Vaseline anfeuchten — kein Fett bei Macrogolzäpfchen, die anfeuchten will; in Seitenlage mit angezogenem Bein oder beim Kind in Rückenlage mit angehobenen Beinen einführen, etwa fingertief, hinter den Schließmuskel; die Pobacken kurz zusammenhalten, einige Minuten liegen bleiben; Stuhldrang unterdrücken — er vergeht.
Bei Kindern: das Zäpfchen nicht teilen, wenn der Wirkstoff nicht gleichmäßig verteilt ist — deshalb sind Rezepturzäpfchen in der richtigen Stärke besser als halbierte Fertigzäpfchen; und wenn es innerhalb von etwa fünfzehn Minuten wieder herauskommt, kann erneut gegeben werden, danach nicht.
Lagerung: Hartfettzäpfchen kühl, im Sommer im Kühlschrank; weich gewordene im Kühlschrank wieder festigen, nicht wegwerfen.
Die Bioverfügbarkeit ist unsicherer als bei Tabletten — Teilumgehung der Leber, aber abhängig von Füllung und Lage —, und das erklärt die Schwankungen.
Merke
Kinder, Palliativpatienten, Erbrechende — anwärmen, Seitenlage, stumpf oder spitz voran, aber drin bleiben; und Macrogol anfeuchten, nicht fetten.