Antwort
Bittersalz ist Magnesiumsulfat-Heptahydrat — ein salinisches, osmotisch wirkendes Laxans. Zehn bis zwanzig Gramm in einem Glas Wasser halten Wasser im Darm und lösen innerhalb von zwei bis sechs Stunden eine wässrige Entleerung aus; das Magnesium setzt zusätzlich Cholecystokinin frei, das die Darmbewegung anregt. Es wird heute nur noch zur kurzfristigen Darmentleerung eingesetzt, etwa bei Vergiftungen oder vor Untersuchungen, nicht zur Dauerbehandlung. Glaubersalz, Natriumsulfat, wirkt gleich mit Natriumlast.
Vorgehen in der Apotheke
Die Vorsicht: Etwa 10 bis 20 Prozent des Magnesiums werden resorbiert. Bei Niereninsuffizienz — und die Nierenfunktion ist bei Älteren oft eingeschränkt — kumuliert es zur Hypermagnesiämie mit Muskelschwäche, Blutdruckabfall, Bradykardie, Bewusstseinsstörung bis zum Atemstillstand. Bei Älteren droht außerdem die Dehydratation durch den Wasserverlust. Bei Schwangeren ist die abführende Dosis wegen der Wasser- und Elektrolytverschiebung und der reflektorischen Anregung der Gebärmutter nicht empfohlen — dort Macrogol oder Lactulose. Magnesium zur Nahrungsergänzung ist davon zu trennen: 300 bis 400 Milligramm täglich sind bei Schwangeren gegen Wadenkrämpfe und in der Selbstmedikation verbreitet und unproblematisch — die abführende Wirkung setzt erst darüber ein.
Merke
Magnesiumsulfat, osmotisch, in Stunden — nur kurz; Ältere mit kranker Niere kumulieren Magnesium und trocknen aus, Schwangere bekommen Macrogol; 300 bis 400 Milligramm Magnesium sind etwas anderes.