Antwort
Die glomeruläre Filtrationsrate ist das Volumen, das die Nierenkörperchen — die Glomeruli — pro Minute aus dem Blut in den Primärharn filtern; sie ist das Maß der Nierenfunktion. Die Glomeruli sitzen in der Nierenrinde: Jede Niere hat etwa eine Million Nephrone, deren Glomerulus ein Kapillarknäuel ist, das von der Bowman-Kapsel umgeben wird; dort entstehen täglich 180 Liter Primärharn, aus denen der Tubulus 99 Prozent zurückholt. Normwert der GFR: über 90 Milliliter pro Minute pro 1,73 Quadratmeter Körperoberfläche beim jungen Erwachsenen, mit einem physiologischen Abfall von etwa einem Milliliter pro Jahr ab dem 40. Lebensjahr — ein gesunder 80-Jähriger hat oft nur noch 60. Gemessen wird sie nicht direkt, sondern geschätzt — eGFR — aus dem Serumkreatinin mit der CKD-EPI-Formel, die Alter und Geschlecht einbezieht, oder aus Cystatin C; für Dosierungen mit Cockcroft-Gault als Kreatinin-Clearance.
Vorgehen in der Apotheke
Die Stadien der chronischen Nierenkrankheit: G1 über 90 normal — krank nur mit Albuminurie oder Strukturschaden; G2 60 bis 89 leicht eingeschränkt; G3a 45 bis 59 und G3b 30 bis 44 mäßig; G4 15 bis 29 schwer; G5 unter 15 Nierenversagen. Dazu die Albuminurie-Stadien A1 bis A3, die die Prognose bestimmen. Für Arzneimittel beginnt die Anpassung bei den meisten unter 60, wird unter 30 deutlich, und unter 15 sind viele Mittel kontraindiziert. Für die Apotheke: Die eGFR steht auf jedem Laborbericht, und die Frage danach gehört zu jeder Neuverordnung bei über 65-Jährigen — Metformin, DOAK, Digoxin, Gabapentin, Allopurinol, NSAR, Aminoglykoside, Lithium sind die Klassiker.
Merke
GFR ist das Filtrat der Glomeruli in der Nierenrinde pro Minute — normal über 90, minus ein Milliliter pro Jahr ab 40; Stadien G1 bis G5 mit 90, 60, 45, 30, 15 als Grenzen; Anpassung ab 60, kontraindiziert oft unter 15.