Antwort
Zwei Gründe: Dosierung und Anatomie. Säuglinge atmen bis zum sechsten Monat fast ausschließlich durch die Nase — eine verstopfte Nase behindert das Trinken und den Schlaf —, aber ihre Nasenschleimhaut ist klein und empfindlich, und die abschwellenden Wirkstoffe werden über die Schleimhaut systemisch aufgenommen: Xylometazolin in Erwachsenenkonzentration hat bei Säuglingen Bewusstseinsstörungen, Bradykardie und Atemdepression ausgelöst. Deshalb gibt es Kinderkonzentrationen — 0,025 Prozent für Säuglinge, 0,05 für Kleinkinder, 0,1 für Erwachsene —, und Tropfen lassen sich genauer dosieren als ein Sprühstoß, der beim Säugling zu viel und zu tief abgibt. Außerdem kann man Tropfen in Rückenlage mit leicht überstrecktem Kopf geben, während ein Spray die Mitarbeit des Kindes braucht.
Vorgehen in der Apotheke
Beratung: bei Säuglingen zuerst Kochsalz- oder Meerwassertropfen und der Nasensauger — oft reicht das; abschwellende Tropfen nur bei erheblicher Behinderung des Trinkens, höchstens ein bis zwei Tropfen je Nasenloch bis dreimal täglich, vor dem Trinken oder Schlafen, höchstens fünf bis sieben Tage; Fläschchen nur für ein Kind, weil die Pipette Keime überträgt; Konservierungsmittelfreie Präparate bevorzugen. Ab dem Schulalter sind Sprays in Kinderstärke möglich. Nie Erwachsenensprays für Kinder, nie Tropfen mit ätherischen Ölen bei Säuglingen, und Dexpanthenol-Salbe für die wunde Nase. Für die Prüfung: Kinderkonzentration und Tropfen wegen Dosiergenauigkeit und systemischer Toxizität — Xylometazolin ist bei Säuglingen ein potentes Alpha-Mimetikum.
Merke
Säuglinge atmen durch die Nase, aber Xylometazolin wird systemisch aufgenommen — Kinderkonzentration 0,025 Prozent, Tropfen genauer als Spray, ein bis zwei Tropfen vor dem Trinken, fünf Tage, erst Kochsalz und Sauger.