Antwort
Grundsätzlich mit großer Zurückhaltung — die Leitlinien zur Selbstmedikation setzen bei Säuglingen und Kleinkindern enge Grenzen. Erlaubt und sinnvoll: Kochsalz-Nasentropfen, Dexpanthenol, Zinksalbe, Paracetamol und Ibuprofen nach Gewicht — Ibuprofen ab drei Monaten und sechs Kilogramm —, Rehydratationslösung und Probiotika bei Durchfall, Simeticon bei Blähungen, Vitamin D und Fluorid, Efeu- und Thymiansäfte ab einem Jahr, Lactulose und Macrogol ab sechs Monaten. Nicht erlaubt oder nicht sinnvoll: Loperamid, Hustenstiller, abschwellende Nasensprays in Erwachsenenstärke, ätherische Öle, Benzocain, ASS, Antihistaminika der ersten Generation, Honig unter einem Jahr, Kombinationspräparate.
Vorgehen in der Apotheke
Die Grenze zum Arzt liegt bei Säuglingen niedriger als bei allen anderen: Fieber unter drei Monaten ist immer ein Arztfall, Fieber über 39 oder über drei Tage bei jedem Kleinkind, Durchfall oder Erbrechen mit Trinkverweigerung oder wenigen nassen Windeln, Husten mit Atemnot oder Einziehungen, Hautausschlag mit Fieber, Apathie oder Schrillschreien, und jedes Kind, das den Eltern anders vorkommt als sonst. Bei Durchfall ist Saccharomyces boulardii ab dem Säuglingsalter zugelassen und die Rehydratationslösung die Basis — beides in der Selbstmedikation möglich, aber mit der Regel: unter sechs Monaten am selben Tag zum Kinderarzt. Für die Apotheke: Kinder unter zwei behandelt man nicht wegen der Beschwerden, sondern nach Ausschluss der Warnzeichen — und die Frage nach dem Alter ist die erste.
Merke
Ja, aber eng: Kochsalz, Paracetamol, Ibuprofen ab drei Monaten, Rehydratation, Probiotika, Efeu ab einem Jahr — nie Loperamid, Hustenstiller, Öle, Benzocain; Fieber unter drei Monaten ist immer Arzt.