Antwort
Weil das Nitrat auch die Gefäße im Kopf weitet — es unterscheidet nicht zwischen Herzkranzgefäß und Hirngefäß.
Die erweiterten Gefäße der Hirnhäute dehnen sich, und die dort verlaufenden schmerzempfindlichen Fasern werden gereizt. Der Nitratkopfschmerz ist typischerweise pochend, beidseitig, tritt kurz nach der Anwendung auf und geht mit einem Wärmegefühl und einer Gesichtsrötung einher.
Er ist damit ein unmittelbares Zeichen dafür, dass der Wirkstoff wirkt — unangenehm, aber nicht gefährlich.
Er lässt in aller Regel nach: bei der Dauertherapie meist innerhalb von ein bis zwei Wochen, weil sich die Gefäße daran gewöhnen.
Beratung
Der Fall aus den Protokollen: Der Patient steht einige Tage später erneut vor Ihnen: Das Spray wirke gut, nur habe er seither Kopfschmerzen. Was sagen Sie?
Erklären, woher es kommt. Das nimmt die Sorge, dass etwas nicht stimmt, und es erklärt, warum es dazugehört.
Nicht absetzen lassen. Der Nitratkopfschmerz ist kein Grund, die Therapie zu beenden — er ist der häufigste Grund, aus dem Patienten sie eigenmächtig beenden.
Vertrösten mit Grund: Es vergeht meist von selbst.
Bei der Dauertherapie: Der Arzt kann einschleichend dosieren, dann ist es erträglicher.
Zur Linderung ist Paracetamol geeignet. Achten Sie darauf, dass der Patient nicht zum NSAR greift — bei einem Herzkranken mit ASS ist das eine schlechte Wahl.
Hält der Kopfschmerz über Wochen an oder ist er sehr stark, gehört es zum Arzt; dann kommt eine andere Substanz in Betracht.
Dieselbe Erklärung gilt übrigens für Molsidomin und für die Flush-Symptomatik unter Dihydropyridinen.
Merke
Der Kopfschmerz zeigt, dass das Nitrat wirkt — er vergeht, das Präparat bleibt.