Antwort
Sie geben es nicht ab — jedenfalls nicht ohne ärztliche Abklärung.
Der Grund liegt im Wirkmechanismus: Ramipril senkt über die verringerte Bildung von Angiotensin II auch das Aldosteron. Weniger Aldosteron heißt weniger Kaliumausscheidung in der Niere — der Kaliumspiegel steigt also ohnehin schon.
Kommt Kalium von außen hinzu, droht eine Hyperkaliämie. Sie ist gefährlich, weil sie das Herz betrifft: Herzrhythmusstörungen bis zum Kammerflimmern und Herzstillstand. Und sie ist heimtückisch, weil sie kaum Beschwerden macht — allenfalls Muskelschwäche, Kribbeln oder Übelkeit.
Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, Diabetiker und alle, die zusätzlich ein kaliumsparendes Diuretikum oder Spironolacton nehmen.
Beratung
Wie Sie das Gespräch führen:
Fragen Sie zuerst, warum er Kalium möchte. Oft steht dahinter etwas anderes: Wadenkrämpfe, Müdigkeit, ein im Internet gelesener Rat, ein alter Laborwert.
Bei Wadenkrämpfen ist Magnesium der naheliegendere Gedanke — und auch das gehört bei Niereninsuffizienz überlegt.
Fragen Sie nach der übrigen Medikation. Nimmt er zusätzlich Spironolacton oder Amilorid, ist die Sache umso klarer.
Verweisen Sie auf den Arzt, der den Wert bestimmen kann. Ein Kaliumspiegel ist schnell gemessen, und danach lässt sich entscheiden.
Warnen Sie auch vor dem Diätsalz — Kaliumchlorid statt Natriumchlorid, dieselbe Falle. Und vor kaliumreichen Nahrungsergänzungsmitteln.
Dieselbe Überlegung gilt für Sartane, Spironolacton, Eplerenon, Amilorid und Triamteren. Wer eines davon nimmt, bekommt kein Kalium über den Ladentisch.
Merke
ACE-Hemmer heben das Kalium ohnehin — kein Kaliumpräparat und kein Diätsalz dazu.