Antwort
Es gibt zwei Verfahren, und ein Prüfer fragt gern nach beiden.
Auskultatorisch — nach Riva-Rocci und Korotkow. Die Manschette wird über den systolischen Druck aufgepumpt und langsam abgelassen. Mit dem Stethoskop hört man in der Ellenbeuge die Korotkow-Geräusche: Ihr erstes Auftreten markiert den systolischen, ihr Verschwinden den diastolischen Wert. Die Geräusche entstehen durch die verwirbelte Strömung im teilweise zusammengedrückten Gefäß.
Oszillometrisch — das Prinzip fast aller elektronischen Geräte. Gemessen werden die Druckschwankungen in der Manschette, die die Pulswelle erzeugt. Ihre Amplitude wächst, erreicht ein Maximum und fällt wieder ab; das Maximum entspricht dem mittleren arteriellen Druck, und aus dem Verlauf berechnet ein Algorithmus systolischen und diastolischen Wert.
Der oszillometrische Wert ist also zum Teil errechnet, nicht gemessen — das erklärt, warum die Geräte bei Rhythmusstörungen unzuverlässig werden.
Beratung
Woran sich ein gutes Gerät erkennen lässt:
Ein Prüfsiegel einer anerkannten Stelle, das die klinische Validierung belegt.
Oberarm statt Handgelenk. Das Oberarmgerät ist genauer; das Handgelenkgerät verzeiht keine falsche Haltung, weil es exakt auf Herzhöhe gehalten werden muss.
Die richtige Manschettengröße — der Oberarmumfang wird gemessen, nicht geschätzt.
Eine Erkennung von Rhythmusstörungen, wenn Vorhofflimmern im Raum steht.
Weitere Hinweise, die dazugehören:
Geräte altern. Alle zwei Jahre sollte die Messgenauigkeit überprüft werden.
Bei Vorhofflimmern sind oszillometrische Geräte oft ungenau; dort ist die auskultatorische Messung durch den Arzt zuverlässiger.
Das Blutdruckmessgerät ist übrigens ein Medizinprodukt und je nach Ausführung als Hilfsmittel verordnungsfähig.
Merke
Auskultatorisch hört man Korotkow, oszillometrisch misst das Gerät Druckschwankungen und rechnet.