Antwort
Bei venösen Erkrankungen — sie unterstützen den Rückstrom des Blutes zum Herzen:
Krampfadern und chronische Venenschwäche;
nach einer Thrombose, zur Vorbeugung des postthrombotischen Syndroms;
Ödeme venöser Ursache;
Schwangerschaft;
Thromboseprophylaxe bei Bettlägerigkeit und auf Reisen;
Ulcus cruris venosum — dort ist die Kompression die eigentliche Therapie.
Vier Kompressionsklassen, mit steigendem Druck am Knöchel: leicht, mittel, kräftig, sehr kräftig. Der Druck ist am Knöchel am höchsten und nimmt nach oben ab — nur so entsteht der Sog nach oben.
Die absolute Gegenanzeige ist die fortgeschrittene pAVK: Wo die arterielle Versorgung schon knapp ist, kann Kompression das Gewebe zum Absterben bringen. Deshalb wird vorher der Knöchel-Arm-Index bestimmt.
Beratung
Was Sie beim Anpassen und Abgeben sagen:
Morgens anziehen, vor dem Aufstehen, solange das Bein noch abgeschwollen ist. Wer erst mittags anzieht, presst die Schwellung ein.
Am Abend gemessen wird nicht — angemessen wird morgens.
Anziehhilfe und Gummihandschuhe anbieten; für viele ältere Menschen ist das Anziehen das eigentliche Hindernis, und daran scheitert die Therapie.
Faltenfrei tragen — eine Falte schnürt ein und kann eine Wunde verursachen.
Täglich waschen, bei 30 bis 40 Grad, nicht in den Trockner und nicht auf die Heizung; das Elastan leidet.
Zwei Paar im Wechsel, alle sechs Monate erneuern — dann sind sie ausgeleiert.
Hautpflege abends, weil die Kompression die Haut austrocknet.
Bei Schmerzen, Taubheit oder Verfärbung ausziehen und zum Arzt.
Kompressionsstrümpfe sind Hilfsmittel und brauchen eine Hilfsmittelverordnung sowie eine entsprechende Präqualifizierung der Apotheke.
Merke
Morgens vor dem Aufstehen anziehen — und niemals bei fortgeschrittener pAVK.