Kenntnisprüfung Apotheker · Sozialrecht und Abrechnung · Beispielfrage aus der App

Dürfen Sie in der Apotheke impfen?

Eine Prüfungsfrage aus dem Fachgebiet Sozialrecht und Abrechnung der mündlichen Kenntnisprüfung für Apothekerinnen und Apotheker – beantwortet so, wie man es am Prüfungstisch sagt. Lesen Sie die Frage, antworten Sie laut, und vergleichen Sie erst dann.

Antwort

Ja, unter Voraussetzungen. Die Grippeschutzimpfung wurde zunächst in Modellvorhaben erprobt und ist inzwischen als Regelleistung vorgesehen; hinzugekommen ist die Impfung gegen COVID-19. Die Einzelheiten regeln Verträge zwischen den Apothekerverbänden und den Krankenkassen.

Was verlangt wird:

Eine ärztlich geleitete Schulung der impfenden Apothekerin oder des Apothekers, mit theoretischem und praktischem Teil;
geeignete Räume — ein Bereich, in dem ungestört und hygienisch geimpft werden kann, mit Liegemöglichkeit;
Aufklärung und schriftliche Einwilligung des Impflings;
Ausrüstung für den Notfall, insbesondere für die anaphylaktische Reaktion;
Dokumentation und Eintrag in den Impfpass.

Nur volljährige Personen werden in der Apotheke geimpft.

Vorgehen in der Apotheke

Was Sie vor der Impfung abfragen:

Akute Erkrankung mit Fieber — dann verschieben.

Bekannte Allergien, insbesondere gegen Hühnereiweiß bei bestimmten Grippeimpfstoffen.

Gerinnungshemmung — bei Antikoagulation ist die Injektion mit dünner Nadel und anschließender Kompression vorzunehmen.

Schwangerschaft und Immunsuppression gehören zum Arzt.

Frühere Impfreaktionen.

Nach der Impfung bleibt der Geimpfte einige Minuten unter Beobachtung — die schwere Sofortreaktion tritt in dieser Zeit auf.

Berufspolitisch ist die Frage bedeutsam, und dazu darf man etwas sagen: Es geht nicht darum, dem Arzt Arbeit wegzunehmen, sondern um die Impfquote. Wer sonntags kein Rezept braucht, geht auch nicht zum Arzt — in der Apotheke steht er ohnehin. Dass die Ärzteschaft das anders sieht, ist bekannt; eine ausgewogene Antwort nennt beide Seiten.

Merke

Mit Schulung, geeignetem Raum, Einwilligung und Notfallausrüstung — und nur bei Erwachsenen.

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