Antwort
Zuerst mit Ernährung und Bewegung — das genügt bei etwa drei Vierteln der Betroffenen: kohlenhydratbewusste Kost mit Verteilung auf mehrere kleine Mahlzeiten, Verzicht auf schnelle Zucker, täglich Bewegung. Dazu die Blutzuckerselbstkontrolle nüchtern und nach den Mahlzeiten mit engen Zielen — nüchtern unter 95, eine Stunde nach dem Essen unter 140 Milligramm je Deziliter.
Reicht das nicht, ist Insulin das Mittel der Wahl — es überwindet die Plazenta nicht. Humaninsulin und die Analoga Insulin aspart, lispro und detemir sind gut untersucht.
Neben- und Wechselwirkungen
Metformin ist plazentagängig und in Deutschland für die Schwangerschaft nicht zugelassen; es wird in Einzelfällen im Off-Label-Gebrauch eingesetzt, wenn Insulin nicht möglich ist. Sulfonylharnstoffe und alle neueren Mittel sind ausgeschlossen.
Warum es behandelt wird: Der mütterliche Zucker geht auf das Kind über, das daraufhin selbst viel Insulin bildet — es wird zu groß und zu schwer, die Geburt wird schwierig, nach der Geburt droht dem Kind eine Unterzuckerung, weil der Zuckerzustrom abreißt, das Insulin aber noch da ist. Dazu Fehlbildungen bei vorbestehendem Diabetes, Präeklampsie, Frühgeburt.
Gesucht wird ab der 24. bis 28. Woche mit einem Zuckerbelastungstest, der zur Vorsorge gehört.
Nach der Geburt verschwindet er meist — aber die Hälfte der Frauen entwickelt innerhalb von zehn Jahren einen Typ-2-Diabetes. Deshalb Nachkontrolle sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt und danach regelmäßig. Stillen senkt das Risiko.
Für die Apotheke: Blutzuckermessgerät und Teststreifen sind in der Schwangerschaft verordnungsfähig; Anwendung und Dokumentation erklären.
Merke
Kost und Bewegung, sonst Insulin — kein Metformin, keine Sulfonylharnstoffe — und danach lebenslang ein erhöhtes Typ-2-Risiko.