Antwort
20 Milligramm ist eine mittlere Akutdosis — zu hoch für eine Dauertherapie (dort sind es 5 bis 7,5), zu niedrig für die Stoßtherapie bei Multipler Sklerose oder Vaskulitis (dort 100 bis 1000). Sie passt zu einer kurzen bis mittelfristigen Behandlung eines entzündlichen oder allergischen Schubs.
Die häufigsten Anlässe in der Offizin: eine Asthma- oder COPD-Exazerbation (20 bis 40 Milligramm für fünf Tage), ein schwerer Heuschnupfen oder eine allergische Reaktion — Urtikaria, Arzneimittelexanthem —, ein Gichtanfall (30 bis 40 für wenige Tage), ein Schub einer rheumatoiden Arthritis oder einer Polymyalgia rheumatica (15 bis 20 zu Beginn), ein Morbus-Crohn- oder Colitis-Schub, ein Hörsturz oder eine Fazialisparese, eine Sarkoidose, ein Ekzemschub oder eine Kontaktallergie — und ein Kind mit Pseudokrupp würde ein anderes Präparat bekommen.
Beratung
Die Beratung richtet sich nach der Dauer, und die steht auf dem Rezept oder ist zu erfragen:
Kurzzeit unter zwei Wochen: morgens zum Frühstück, kein Ausschleichen nötig, wenige Nebenwirkungen — allenfalls Schlafstörung, Unruhe, Blutzuckeranstieg beim Diabetiker, Appetit. Kein Magenschutz, außer NSAR kommt dazu.
Länger als zwei bis drei Wochen: nicht abrupt absetzen, Ausschleichplan erfragen; Blutzucker und Blutdruck im Blick; ab drei Monaten Calcium und Vitamin D; Cortisonausweis; Impfstatus.
Immer: bei Infektzeichen zum Arzt — Fieber kann fehlen; Wechselwirkungen prüfen — NSAR (Magen), Diuretika (Kalium), Antidiabetika (Zucker), Cumarine, CYP3A4-Hemmer wie Clarithromycin und Itraconazol, die den Cortisonspiegel erhöhen; Lebendimpfstoffe erst ab 20 Milligramm über zwei Wochen problematisch.
Die Frage nach der Indikation ist berechtigt und gehört zur Beratung — sie entscheidet über die Hinweise. Und wer sie stellt, findet gelegentlich das NSAR, das der Patient nebenbei nimmt.
Merke
20 Milligramm heißt akuter Schub — Asthma, Allergie, Gicht, Rheuma, Darm — kurz ohne Ausschleichen, lang mit allem drum und dran.