Antwort
Nüchtern — eine Stunde vor oder zwei Stunden nach dem Essen:
Levothyroxin — mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück; Nahrung, Kaffee, Calcium und Eisen vermindern die Aufnahme erheblich;
Bisphosphonate — nüchtern mit einem großen Glas Leitungswasser, danach 30 Minuten aufrecht bleiben und nichts essen;
Penicilline wie Penicillin V;
Protonenpumpenhemmer — 30 bis 60 Minuten vor der Mahlzeit, weil sie nur die aktivierte Protonenpumpe hemmen;
Eisenpräparate — nüchtern besser aufgenommen, mit Vitamin C verstärkt.
Zum oder nach dem Essen:
NSAR — zum Schutz des Magens, wobei der Schutz begrenzt ist;
Metformin — wegen der Magen-Darm-Verträglichkeit;
Cefuroximaxetil — die Aufnahme wird verbessert;
Itraconazol-Kapseln — sie brauchen Magensäure;
Rivaroxaban in der höheren Dosierung;
fettlösliche Vitamine und Nitrofurantoin.
Beratung
Warum das mehr ist als eine Formalie, lässt sich an drei Beispielen zeigen:
Levothyroxin mit dem Frühstück genommen wirkt deutlich schwächer — der Patient bleibt unterversorgt, und die Dosis wird womöglich unnötig erhöht.
Der PPI nach dem Essen wirkt kaum, weil die Pumpen schon aktiv waren und der Wirkstoff sie nicht mehr erreicht. Das ist einer der häufigsten Anwendungsfehler überhaupt.
Das Bisphosphonat mit Kaffee oder im Liegen führt entweder zur Wirkungslosigkeit oder zur Schädigung der Speiseröhre.
Praktische Ratschläge:
An eine feste Gewohnheit koppeln — die Schilddrüsentablette ans Bett legen, dann ist sie vor dem Aufstehen genommen und der Abstand entsteht von selbst.
Die Abstände zu Mineralstoffen ansprechen — zwei Stunden zu Calcium, Magnesium, Eisen, Zink und Antazida.
Aufschreiben, wenn mehrere Regeln zusammenkommen. Ein Zettel mit Uhrzeiten wirkt mehr als jede mündliche Erklärung.
Und nachfragen, wie es tatsächlich gemacht wird — nicht, wie es gemacht werden soll.
Merke
Levothyroxin und Bisphosphonat nüchtern, der PPI vor dem Essen — sonst wirken sie kaum.