Antwort
Ja, unter Bedingungen. Mometason, Fluticason und Beclometason sind in bestimmten Packungsgrößen und Dosierungen aus der Verschreibungspflicht entlassen — allerdings nur für Erwachsene ab 18 Jahren mit Heuschnupfen, also der saisonalen Form der allergischen Rhinitis — und deren Diagnose muss bereits ärztlich gesichert sein.
Das heißt: Bei einem Kunden, der erstmals Beschwerden hat, ist die Abgabe nicht zulässig — er gehört zum Arzt.
Warum sie so wirksam sind: Sie hemmen die allergische Entzündung an der Wurzel und wirken auf alle Beschwerden — auf die verstopfte Nase besser als jedes Antihistaminikum, dazu auf Niesreiz, Fließschnupfen und Juckreiz.
Der wichtigste Beratungspunkt: Sie wirken nicht sofort. Eine erste Wirkung tritt nach etwa zwölf Stunden ein, die volle erst nach einigen Tagen bis zwei Wochen. Wer nach einem Tag aufgibt, hat sie umsonst gekauft.
Beratung
Die richtige Anwendung — hier wird viel falsch gemacht:
Regelmäßig anwenden, nicht bei Bedarf; über die ganze Saison.
Nase vorher schnäuzen.
Kopf leicht nach vorn neigen, nicht in den Nacken.
Über Kreuz sprühen — mit der rechten Hand ins linke Nasenloch und umgekehrt; dadurch zielt man weg von der Nasenscheidewand. Das ist der entscheidende Handgriff, denn Sprühen gegen die Scheidewand ist die Ursache des häufigsten Problems: Nasenbluten.
Nicht kräftig hochziehen — der Wirkstoff soll auf der Schleimhaut bleiben, nicht in den Rachen laufen.
Vor der ersten Anwendung und nach längerer Pause die Pumpe in die Luft betätigen.
Die Nebenwirkungen sind örtlich und mild: Trockenheit, Krustenbildung, Nasenbluten, Kratzen im Hals. Systemische Wirkungen sind bei den neueren Wirkstoffen kaum zu erwarten, weil sie beim ersten Leberdurchgang fast vollständig abgebaut werden — dieses Argument entkräftet die verbreitete Cortisonangst.
Zum Arzt bei anhaltendem Nasenbluten, bei fehlender Wirkung nach zwei Wochen, bei Beschwerden außerhalb der Pollensaison.
Merke
Rezeptfrei nur für Erwachsene mit gesicherter Diagnose — regelmäßig anwenden und über Kreuz sprühen.