Antwort
Die Fragen zuerst:
Für wen? Alter, Schwangerschaft, Stillzeit.
Welche Beschwerden genau? Nase, Augen, beides — laufend oder verstopft, Niesreiz, Juckreiz.
Seit wann und wie oft? Erstmals oder jedes Jahr zur selben Zeit? Eine gesicherte Diagnose oder eine Vermutung?
Wogegen allergisch? Bekannte Auslöser, Zeitraum, Ort.
Was hat bisher geholfen?
Welche anderen Arzneimittel und Erkrankungen? Besonders: Asthma, Bluthochdruck, Glaukom, Prostatavergrößerung.
Muss der Kunde Auto fahren oder Maschinen bedienen?
Die entscheidende Zusatzfrage lautet: Husten oder Atemnot? Denn dann ist die Selbstmedikation zu Ende — ein Etagenwechsel zum allergischen Asthma gehört zum Arzt.
Beratung
Die Auswahl richtet sich nach dem führenden Symptom:
Nase und Augen zugleich, mäßige Beschwerden — ein orales Antihistaminikum der zweiten Generation: Cetirizin, Loratadin, Fexofenadin.
Nur die Nase — ein Antihistaminikum als Nasenspray wie Azelastin oder Levocabastin; sie wirken in Minuten.
Nur die Augen — Augentropfen mit Antihistaminikum oder Cromoglicinsäure.
Ausgeprägte, anhaltende Nasenbeschwerden — ein Glucocorticoid-Nasenspray; es ist das wirksamste Mittel bei der allergischen Rhinitis.
Vorbeugend über die Saison — Cromoglicinsäure, mit Vorlauf von ein bis zwei Wochen.
Zur Karenz — die eigentliche Ursachenbehandlung:
Pollenflugvorhersage nutzen; abends Haare waschen, Kleidung nicht im Schlafzimmer ablegen;
Lüften — in der Stadt morgens, auf dem Land abends;
Pollenschutzgitter am Fenster, Pollenfilter im Auto;
Sonnenbrille draußen.
Zum Arzt bei: erstmaligem Auftreten, Atemnot oder Husten, Beschwerden trotz Behandlung, Kindern unter zwei Jahren, Verdacht auf Kreuzallergien mit Nahrungsmitteln.
Merke
Erst fragen, welches Symptom führt — und Husten oder Atemnot beenden die Selbstmedikation.