Kenntnisprüfung Apotheker · Infektiologie und Antiinfektiva · Beispielfrage aus der App

Wann braucht eine Bronchitis ein Antibiotikum?

Eine Prüfungsfrage aus dem Fachgebiet Infektiologie und Antiinfektiva der mündlichen Kenntnisprüfung für Apothekerinnen und Apotheker – beantwortet so, wie man es am Prüfungstisch sagt. Lesen Sie die Frage, antworten Sie laut, und vergleichen Sie erst dann.

Antwort

In aller Regel nicht. Die akute Bronchitis ist zu über neunzig Prozent viral, und Studien zeigen übereinstimmend: Ein Antibiotikum verkürzt sie allenfalls um einen halben Tag, bringt aber Nebenwirkungen und Resistenzen mit sich.

Der Husten dauert lange — im Mittel zwei bis drei Wochen, bei einem Teil noch länger. Darauf hinzuweisen ist wichtig, denn die lange Dauer ist der häufigste Grund, warum Patienten doch nach einem Antibiotikum verlangen.

Ein Antibiotikum kommt in Betracht bei:

Verdacht auf Lungenentzündung — hohes Fieber, Atemnot, schnelle Atmung, einseitige Befunde, starkes Krankheitsgefühl;
Keuchhusten;
Exazerbation einer COPD mit vermehrtem, eitrigem Auswurf und zunehmender Atemnot;
erheblichen Vorerkrankungen oder Immunschwäche;
hohem Alter mit Verschlechterung.

Beratung

Was tatsächlich hilft:

Viel trinken und feuchte Luft — sie verflüssigen das Sekret besser als jedes Präparat.

Pflanzliche Mittel mit brauchbarer Datenlage: Efeublätter, Thymian, oft mit Primelwurzel kombiniert, Pelargonium, Myrtol und Cineol.

Chemische Sekretolytika — Acetylcystein, Ambroxol, Bromhexin.

Hustenstiller — Dextromethorphan, Pentoxyverin, pflanzlich Eibisch und Isländisch Moos — nur bei quälendem Reizhusten und vorzugsweise nachts.

Die wichtigste Regel: Schleimlöser und Hustenstiller nicht gleichzeitig. Der eine verflüssigt das Sekret, der andere verhindert, dass es abgehustet wird — es staut sich in den Bronchien.

Zum Arzt bei: Atemnot, Fieber über eine Woche, Bluthusten, Brustschmerz, Verschlechterung nach Besserung, Husten über acht Wochen, Rauchern mit verändertem Husten, Nachtschweiß und Gewichtsverlust.

Und die Protokollfrage nach der Verordnung von Acetylcystein neben Amoxicillin: Das ist unproblematisch. Ein alter Hinweis auf eine Wechselwirkung besteht in dieser Form nicht; die beiden werden regelmäßig zusammen verordnet. Zeitlichen Abstand von etwa zwei Stunden kann man vorsichtshalber empfehlen.

Merke

Fast immer viral, Husten dauert Wochen — und Schleimlöser nie zusammen mit Hustenstiller.

Alle 2.201 Fragen üben

Die App „Kenntnisprüfung Apotheker“ enthält 2.201 Fragen mit ausformulierten Antworten in gesprochener Prüfungsform und einen Rezept-Trainer mit 29 Rezepten. Diese Frage gehört zu den 192 freien Beispielen der Web-Version – im Browser üben Sie sie kostenlos, mit Lernfortschritt und Lesezeichen. Die Vollversion kostet einmalig 29,99 € – kein Abo, kein Konto.

Ein Kauf im App Store oder bei Google Play gilt nur dort, ein Kauf im Browser nur im Browser.

Weitere Fragen aus Infektiologie und Antiinfektiva

Alle 192 Beispielfragen · Für Apothekerinnen und Apotheker · FSP-Fälle für Apotheker · Mit einem Prüfungspaten üben