Antwort
Für das Personal gilt: Desinfizieren ist Standard, Waschen die Ausnahme. Die hygienische Händedesinfektion mit einem alkoholischen Mittel — mindestens 3 Milliliter, 30 Sekunden Einreibezeit, bis die Hände trocken sind, Fingerkuppen, Daumen, Nagelfalze und Handgelenke eingeschlossen — reduziert die transiente Flora um mehr als 99,9 Prozent und schont die Haut mehr als Wasser und Seife. Gewaschen wird bei sichtbarer Verschmutzung, nach der Toilette und bei Sporenbildnern wie Clostridioides difficile oder Noroviren, gegen die Alkohol wenig wirkt — dann waschen und anschließend desinfizieren. Zeitpunkte in der Apotheke: vor Rezepturarbeit, nach Kontakt mit Kunden mit Infektionszeichen, nach dem Wareneingang, vor dem Essen, nach dem Ausziehen von Handschuhen.
Vorgehen in der Apotheke
Voraussetzungen: kurze, unlackierte Fingernägel, keine Ringe, keine Uhren, keine künstlichen Nägel bei Herstellungstätigkeiten — unter Ringen bleibt der Keim, unter Gel-Nägeln wächst er. Die Mittel stehen in der VAH-Liste; für den Bereich Rezeptur sind Spender ohne Handkontakt und Einmalhandtücher Pflicht. Die Händehygiene gehört in den Hygieneplan mit Wirkungsbereich, Einwirkzeit und Verantwortlichen und in die jährliche Unterweisung. Wer täglich mehr als zwei Stunden mit feuchten Händen oder in Handschuhen arbeitet, fällt unter die Feuchtarbeit — dann muss der Arbeitgeber arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten und einen Hautschutzplan aufstellen. Die Zahl zum Merken: Die meisten Übertragungen in Einrichtungen laufen über Hände, nicht über Luft.
Merke
Desinfizieren statt waschen: 3 ml, 30 Sekunden, bis trocken; waschen bei Schmutz, Noro und Clostridien; keine Ringe, kurze Nägel.