Kenntnisprüfung Apotheker · Schmerz und Analgetika · Beispielfrage aus der App
Ein Rezept über Ibuprofen ohne Dosierungsangabe — ist „bei Bedarf“ ausreichend?
Eine Prüfungsfrage aus dem Fachgebiet Schmerz und Analgetika der mündlichen Kenntnisprüfung für Apothekerinnen und Apotheker – beantwortet so, wie man es am Prüfungstisch sagt. Lesen Sie die Frage, antworten Sie laut, und vergleichen Sie erst dann.
Antwort
Seit dem 1. November 2020 muss nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung jede Verschreibung eine Dosierungsanweisung enthalten — oder den Vermerk, dass dem Patienten ein Medikationsplan oder eine schriftliche Dosierungsanweisung vorliegt, meist als Kürzel Dj. Fehlt beides, ist das Rezept formal unvollständig. Die Angabe „bei Bedarf“ allein genügt nicht: Eine Dosierungsanweisung muss Einzeldosis und Häufigkeit oder Höchstmenge erkennen lassen — etwa „bei Bedarf eine Tablette, höchstens dreimal täglich“ wäre ausreichend, ein bloßes „bei Bedarf“ ist es nicht.
Vorgehen in der Apotheke
Fehlt die Dosierung, darf die Apotheke sie nach Rücksprache mit dem Arzt ergänzen und das auf dem Rezept vermerken; bei Nichterreichbarkeit und wenn die Dosierung aus der Fachinformation zweifelsfrei hervorgeht, kann sie nach der Rahmenvorschrift in dringenden Fällen ergänzen und den Arzt nachträglich informieren. Für Betäubungsmittelrezepte gilt die Dosierungspflicht schon länger und strenger. Der Sinn der Regel: Die Apotheke soll die Dosis prüfen können — bei Ibuprofen 800 dreimal täglich für einen Herzpatienten ist das der entscheidende Schritt.
Merke
Seit November 2020 Dosierung oder Dj-Vermerk Pflicht — „bei Bedarf“ ohne Menge reicht nicht; nach Rücksprache ergänzen und vermerken.
Alle 2.201 Fragen üben
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