Antwort
Lineare Kinetik heißt: Verdoppelt sich die Dosis, verdoppeln sich Spiegel und AUC — die Clearance ist konstant. Nichtlineare Kinetik heißt, dass sich die Kenngrößen mit der Dosis ändern. Drei Ursachen: Sättigung der Elimination — Phenytoin, Ethanol, hoch dosiertes Salicylat, Fluoxetin, Voriconazol, Theophyllin — mit überproportional steigenden Spiegeln; Sättigung der Resorption — Gabapentin, dessen Aminosäuretransporter im Darm sättigt, sodass die Bioverfügbarkeit von 60 Prozent bei 900 Milligramm auf 30 bei 3.600 fällt und höhere Dosen kaum mehr bringen; Riboflavin, Levodopa, Amoxicillin ähnlich; und Sättigung der Eiweißbindung oder Gewebebindung — Valproat, dessen freier Anteil bei hohen Spiegeln ansteigt, und unfraktioniertes Heparin mit sättigbarer Zellbindung.
Vorgehen in der Apotheke
Die praktischen Folgen: Bei Phenytoin kann eine Dosissteigerung von 300 auf 400 Milligramm den Spiegel verdoppeln — Dosisänderungen in 25- bis 50-Milligramm-Schritten mit Spiegelkontrolle; bei Salicylat verlängert sich die Halbwertszeit bei Vergiftung von drei auf über 20 Stunden; bei Gabapentin bringt die Aufteilung auf mehr Einzeldosen mehr als die Erhöhung, und Gabapentin-Enacarbil wurde als Prodrug entwickelt, um die Sättigung zu umgehen; bei Valproat täuscht der Gesamtspiegel. Für die Prüfung: Nichtlinear heißt, dass die Faustregel „doppelte Dosis, doppelter Spiegel“ versagt — und Phenytoin ist das Beispiel für Sättigung der Elimination, Gabapentin für Sättigung der Resorption.
Merke
Linear: doppelte Dosis, doppelter Spiegel. Nichtlinear: Elimination sättigt bei Phenytoin und Salicylat — Spiegel springt; Resorption sättigt bei Gabapentin — Dosis bringt nichts mehr; Bindung sättigt bei Valproat.