Antwort
Ja — sie werden so gebaut, dass ihnen der Weg über die Blut-Hirn-Schranke versperrt bleibt. Loperamid ist der Prototyp: ein Mü-Agonist, den das P-Glykoprotein aus dem Gehirn pumpt und den ein hoher First-Pass klein hält — Wirkung nur am Darm, deshalb rezeptfrei. Die peripheren Antagonisten sind das Gegenstück: Methylnaltrexon als quartäres, permanent geladenes Molekül, Naloxegol mit Polyethylenglykol-Kette, Naldemedin als P-Glykoprotein-Substrat — sie heben die opioidbedingte Obstipation auf und lassen die Analgesie im Gehirn unberührt. Auch Naloxon in der Tilidin- und Oxycodon-Kombination wirkt oral praktisch nur peripher, weil die Leber es beim ersten Durchgang inaktiviert. Rein periphere Analgetika unter den Opioiden gibt es dagegen nicht auf dem Markt — die Analgesie braucht das Rückenmark und Gehirn.
Vorgehen in der Apotheke
Bei der Überdosis — Bewusstlosigkeit, Atemdepression unter zehn Atemzüge, enge Pupillen — gilt: Notruf, Atemwege freimachen, beatmen, und Naloxon: 0,4 Milligramm intravenös oder intramuskulär, wiederholt alle zwei bis drei Minuten, oder als Nasenspray 1,8 Milligramm, das Laien und Angehörige anwenden dürfen — Take-home-Naloxon. Naloxon wirkt nach ein bis zwei Minuten, aber nur 30 bis 90 Minuten — kürzer als die meisten Opioide, besonders Methadon, Retardformen und Pflaster; deshalb Überwachung und Wiederholung. Bei Buprenorphin sind wegen der festen Bindung hohe Dosen nötig. Bei Abhängigen löst Naloxon einen akuten Entzug aus — deshalb titrieren, bis die Atmung reicht, nicht bis der Patient hellwach ist. Und ein Fentanylpflaster wird entfernt, aber das Hautdepot wirkt weiter.
Merke
Peripher: Loperamid als Agonist, Methylnaltrexon, Naloxegol, Naldemedin als Antagonisten — geladen oder ausgepumpt. Überdosis: Notruf, Beatmen, Naloxon 0,4 mg oder Nasenspray, wiederholen, weil es kürzer wirkt als das Opioid.