Antwort
Ja — unter Aufsicht eines Apothekers. Der Pharmaziepraktikant gehört zum pharmazeutischen Personal und darf pharmazeutische Tätigkeiten ausüben, aber nicht eigenverantwortlich.
Das ist gerade der Zweck des Praktischen Jahres: Er soll die Beratung lernen, indem er sie führt — nicht, indem er zusieht.
Die Grenzen:
Keine abschließende Verantwortung. Über Abgabe oder Nichtabgabe entscheidet der Apotheker.
Kein Abzeichnen von Verschreibungen.
Keine Aufgaben, die er nach Ausbildungsstand nicht beherrscht — der Grundsatz vom Einsatz nach Kenntnissen gilt auch hier.
Vorgehen in der Apotheke
Wie sich das im Alltag ordnen lässt:
Am Anfang hört er zu, übernimmt die einfachen Fälle und legt jede Entscheidung vor.
In der Mitte führt er das Gespräch und ruft den Apotheker bei Unsicherheit hinzu.
Am Ende arbeitet er weitgehend selbständig, und der Apotheker prüft im Hintergrund mit.
Der Ausbildende hat dabei eine eigene Pflicht: Er muss anleiten, die vorgeschriebenen Bereiche eröffnen und Rückmeldung geben. Ein Praktikant, den man nur an die Kasse stellt, ist nicht ausgebildet worden.
Dieselbe Logik gilt für die PTA in Ausbildung — auch sie darf beraten, unter Aufsicht, im Rahmen dessen, was sie gelernt hat.
Gegenüber dem Kunden gehört Ehrlichkeit dazu: Wer sich in Ausbildung befindet, sagt es, wenn er etwas nicht sicher weiß, und holt jemanden. Das ist kein Eingeständnis von Schwäche, sondern gerade das Verhalten, das erwartet wird.
Merke
Beraten ja, entscheiden nein — und im Zweifel den Apotheker holen.