Kenntnisprüfung Apotheker · Galenik und Darreichungsformen · Beispielfrage aus der App
Wie bestimmt man die Viskosität?
Eine Prüfungsfrage aus dem Fachgebiet Galenik und Darreichungsformen der mündlichen Kenntnisprüfung für Apothekerinnen und Apotheker – beantwortet so, wie man es am Prüfungstisch sagt. Lesen Sie die Frage, antworten Sie laut, und vergleichen Sie erst dann.
Antwort
Die Viskosität ist der Widerstand einer Flüssigkeit gegen das Fließen. Für einfache, newtonsche Flüssigkeiten misst man sie mit Kapillarviskosimetern nach Ubbelohde oder Ostwald: Man stoppt die Zeit, die ein festgelegtes Volumen braucht, um durch eine Kapillare zu fließen, und rechnet über eine Gerätekonstante um. Das Kugelfallviskosimeter nach Höppler misst die Fallzeit einer Kugel durch die Flüssigkeit in einem geneigten Rohr. Für nicht-newtonsche Systeme — Salben, Gele, Suspensionen — braucht man Rotationsviskosimeter, bei denen ein Zylinder oder Kegel in der Probe gedreht und das Drehmoment bei verschiedenen Geschwindigkeiten gemessen wird; nur so erhält man die Fließkurve.
Vorgehen in der Apotheke
Das Arzneibuch beschreibt alle drei Methoden. Kapillar- und Kugelfallgeräte liefern einen Wert, der nur für newtonsche Flüssigkeiten sinnvoll ist — Öle, Sirupe, verdünnte Lösungen. Bei einem Gel hängt die Viskosität von der Scherrate ab, und ein einzelner Wert wäre bedeutungslos. Die Temperatur muss immer angegeben werden, weil die Viskosität mit ihr stark abnimmt.
Merke
Kapillare oder Kugelfall für newtonsche Flüssigkeiten, Rotation für Salben und Gele — immer mit Temperaturangabe.
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