Antwort
Untersucht wird immer im Stehen und im Liegen, im Seitenvergleich, und mit Hustenstoß.
Klinik
Die indirekte Hernie tritt lateral der epigastrischen Gefäße durch den inneren Leistenring aus und kann bis ins Skrotum reichen; die direkte tritt medial davon direkt durch die Bauchwand. Sicher unterscheiden lässt sich das klinisch kaum, verlässlich erst intraoperativ oder sonographisch.
Diagnostik
Zuerst Inspektion im Stehen: Vorwölbung in der Leiste, die beim Husten oder Pressen zunimmt. Dann Palpation: Der Untersucher stülpt die Skrotalhaut mit dem Kleinfinger ein und tastet den äußeren Leistenring; beim Husten schlägt der Bruchsack gegen die Fingerkuppe. Anschließend Prüfung der Reponierbarkeit im Liegen. Immer die Gegenseite mituntersuchen und den Hoden beurteilen.
Komplikationen
Alarmzeichen der Inkarzeration sind eine nicht reponible, druckschmerzhafte, prall-elastische Schwellung mit Rötung, Übelkeit, Erbrechen und Ileuszeichen. Das ist ein Notfall mit sofortiger Operationsindikation.
Merke
Im Stehen wird untersucht, weil die Hernie unter Schwerkraft und erhöhtem Bauchdruck erst hervortritt. Im Liegen kann eine deutliche Hernie völlig unauffällig sein.