Antwort
Der septische Schock ist eine fehlregulierte Immunantwort auf eine Infektion, die zum Kreislaufversagen führt.
Klinik
Bakterielle Bestandteile wie Lipopolysaccharide werden von Rezeptoren der Immunzellen erkannt und lösen eine massive Ausschüttung von Zytokinen aus, vor allem Tumornekrosefaktor alpha, Interleukin-1 und Interleukin-6. Diese bewirken drei Dinge: eine ausgeprägte Vasodilatation über Stickstoffmonoxid mit Abfall des peripheren Widerstands, eine Störung der Endothelbarriere mit Kapillarleck und Flüssigkeitsverlust ins Interstitium, sowie eine Aktivierung der Gerinnung mit Mikrothromben und Verbrauchskoagulopathie.
Diagnostik
Definiert ist der septische Schock als Sepsis mit anhaltender Hypotonie, die trotz adäquater Volumengabe Vasopressoren erfordert, um einen Mitteldruck von 65 Millimeter Quecksilbersäule zu halten, zusammen mit einem Laktat über 2 Millimol pro Liter.
Komplikationen
Die Folge ist ein distributiver Schock: Das Herzzeitvolumen ist zunächst hoch, die Extremitäten sind warm, aber die Mikrozirkulation versagt. Sauerstoff wird angeboten, kann aber nicht verwertet werden, weil Mikrothromben und mitochondriale Dysfunktion die Extraktion behindern. Daraus resultiert die Laktatazidose und schließlich das Multiorganversagen. Zusätzlich schwächt eine septische Kardiomyopathie die Pumpleistung.
Merke
Warme Haut schließt einen Schock nicht aus. Der septische Schock ist der einzige Schock, bei dem die Peripherie zunächst warm und gut durchblutet wirkt.