Kenntnisprüfung Niedersachsen · Infektiologie · Beispielfrage aus der App
Wie entsteht Fieber?
Eine typische Prüfungsfrage aus dem Fachgebiet Infektiologie – beantwortet so, wie man es am Prüfungstisch der mündlichen Kenntnisprüfung sagt: gegliedert, mit den Zahlen und Begriffen, auf die es ankommt. Lesen Sie die Frage, antworten Sie laut, und vergleichen Sie erst dann.
Antwort
Fieber ist eine geregelte Anhebung des Temperatursollwerts im Hypothalamus. Exogene Pyrogene, etwa Lipopolysaccharide gramnegativer Bakterien, aktivieren Makrophagen. Diese schütten endogene Pyrogene aus, vor allem Interleukin-1, Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor alpha. Diese Zytokine steigern in den Gefäßen des Organum vasculosum laminae terminalis über die Cyclooxygenase-2 die Bildung von Prostaglandin E2, das den Sollwert im vorderen Hypothalamus anhebt.
Klinik
Der Körper reagiert wie auf Kälte, weil die Isttemperatur nun unter dem Sollwert liegt: Vasokonstriktion, Blässe, Frieren und Schüttelfrost beim Anstieg. Beim Abfall des Sollwerts kehrt sich das um mit Vasodilatation und Schwitzen.
Therapie
Antipyretika wie Paracetamol und Ibuprofen hemmen die Cyclooxygenase und senken darüber den Sollwert wieder. Genau deshalb wirken sie bei Fieber, aber nicht beim Hitzschlag.
Merke
Beim Hitzschlag ist der Sollwert normal, die Wärmeabgabe versagt nur. Deshalb helfen dort keine Antipyretika, sondern nur physikalische Kühlung.
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