Antwort
Kammerflimmern ist ein defibrillierbarer Rhythmus und damit ein Reanimationsnotfall. Entscheidend sind hochwertige Thoraxkompressionen und die frühestmögliche Defibrillation.
Diagnostik
Parallel die reversiblen Ursachen abarbeiten, die vier H und HITS: Hypoxie, Hypovolämie, Hypo- oder Hyperkaliämie, Hypothermie sowie Herzbeuteltamponade, Intoxikation, Thromboembolie und Spannungspneumothorax.
Therapie
Ablauf nach dem ALS-Algorithmus: Bewusstlosigkeit und fehlende normale Atmung feststellen, Hilfe rufen, sofort mit Thoraxkompressionen 30 zu 2 beginnen, Defibrillator anbringen. Bei Kammerflimmern oder pulsloser ventrikulärer Tachykardie ein Schock mit 150 bis 200 Joule biphasisch, danach ohne Rhythmuskontrolle sofort zwei Minuten weiter komprimieren. Adrenalin 1 Milligramm nach dem dritten Schock und dann alle drei bis fünf Minuten. Amiodaron 300 Milligramm nach dem dritten, weitere 150 Milligramm nach dem fünften Schock.
Komplikationen
Nach Wiedererlangen des Kreislaufs Postreanimationsbehandlung: Normoxie mit einer Sauerstoffsättigung von 94 bis 98 Prozent, Normokapnie, Blutdruckstabilisierung, Temperaturkontrolle und frühe Koronarangiographie bei Verdacht auf kardiale Ursache.
Merke
Die Kompressionen werden auch beim Laden des Defibrillators fortgesetzt und nur für die eigentliche Schockabgabe unterbrochen. Jede Pause senkt die Überlebenswahrscheinlichkeit messbar.