Antwort
Die primäre Schädigung entsteht im Moment des Traumas selbst, die sekundäre erst in den Stunden und Tagen danach.
Klinik
Sekundär entsteht durch Hypoxie, Hypotonie, Hyperkapnie, Hirnödem, steigenden intrakraniellen Druck, Krampfanfälle, Fieber, Hypo- oder Hyperglykämie und Elektrolytentgleisung. Sie verstärkt sich selbst: Das Ödem erhöht den Druck, der Druck senkt den zerebralen Perfusionsdruck, die Minderperfusion verstärkt das Ödem.
Diagnostik
Primär sind die unmittelbaren mechanischen Folgen: Kontusion, Schädelfraktur, diffuse axonale Schädigung durch Scherkräfte, Gefäßzerreißung mit epiduralem oder subduralem Hämatom. Sie ist zum Zeitpunkt des Eintreffens abgeschlossen und therapeutisch nicht mehr beeinflussbar.
Therapie
Genau hier liegt der gesamte therapeutische Ansatz. Ziel sind Normoxie, Normokapnie, ausreichender Mitteldruck für einen zerebralen Perfusionsdruck über 60 Millimeter Quecksilbersäule, Oberkörperhochlagerung 30 Grad, Normothermie, Normoglykämie, Analgosedierung sowie operative Entlastung raumfordernder Blutungen.
Merke
Die primäre Schädigung lässt sich nur durch Prävention verhindern, die sekundäre durch gute Intensivmedizin. Die beiden gefährlichsten Einzelfaktoren sind Hypoxie und Hypotonie — schon eine einzige Episode verschlechtert die Prognose deutlich.