Antwort
Die Organdurchblutung hängt vom Perfusionsdruck und vom Gefäßwiderstand ab. Der Perfusionsdruck ist die Differenz zwischen arteriellem Mitteldruck und dem Druck im abführenden Kreislaufabschnitt; der Widerstand wird überwiegend von den Arteriolen bestimmt.
Klinik
Zur Beurteilung am Bett dienen Rekapillarisierungszeit, Hauttemperatur und Marmorierung, Urinausscheidung ab 0,5 Millilitern pro Kilogramm und Stunde, Bewusstseinslage und das Laktat als Maß der Gewebehypoxie.
Diagnostik
Der arterielle Mitteldruck ergibt sich aus Herzzeitvolumen mal peripherem Gesamtwiderstand. Das Herzzeitvolumen wiederum aus Schlagvolumen mal Herzfrequenz, und das Schlagvolumen aus Vorlast, Nachlast und Kontraktilität. Die Vorlast wird klinisch über den zentralen Venendruck oder den pulmonalarteriellen Verschlussdruck abgeschätzt.
Therapie
Ein zu niedriger Mitteldruck wird zuerst mit Volumen behandelt, bei ausbleibender Wirkung mit Noradrenalin. Als Zielwert gelten in der Regel 65 Millimeter Quecksilbersäule, bei Vorerkrankung höher.
Merke
Ein normaler Blutdruck bedeutet nicht ausreichende Perfusion. Ein steigendes Laktat bei normalem Druck zeigt, dass die Mikrozirkulation trotzdem nicht ausreicht.