Antwort
Häufigste Ursache ist die infektiöse Endokarditis. Von den Klappenvegetationen lösen sich erregerhaltige Partikel und werden mit dem Blutstrom verschleppt.
Ätiologie
Weitere Quellen sind infizierte zentrale Venenkatheter und Schrittmachersonden, eine septische Thrombophlebitis, das Lemierre-Syndrom mit Thrombose der Vena jugularis interna und infizierte Gefäßprothesen.
Klinik
Wohin sie gelangen, hängt von der befallenen Klappe ab. Linksseitige Endokarditis an Mitral- oder Aortenklappe streut in den Körperkreislauf: Hirninfarkte und mykotische Aneurysmen, Milz- und Niereninfarkte, Osler-Knötchen und Janeway-Läsionen. Rechtsseitige Endokarditis an der Trikuspidalklappe, typisch bei intravenösem Drogenkonsum, streut in die Lunge und verursacht septische Lungenembolien mit multiplen, oft einschmelzenden Rundherden.
Therapie
Mehrere Blutkulturpaare vor Antibiotikagabe, Echokardiographie, möglichst transösophageal, dann erregergerechte Antibiose über mehrere Wochen. Herdsanierung durch Entfernung infizierter Fremdkörper, gegebenenfalls Klappenersatz.
Merke
Multiple Infarkte in verschiedenen Stromgebieten sprechen für eine kardiale Streuquelle. Bei jedem unklaren Fieber mit embolischen Ereignissen gehört eine Echokardiographie dazu.