Antwort
Gebräuchlich sind zwei Einteilungen, wobei im Alltag die Stanford-Klassifikation zählt, weil sich aus ihr direkt die Therapie ableitet.
Klinik
Leitsymptom ist der plötzliche, reißende Vernichtungsschmerz mit Wanderung, dazu Blutdruckdifferenz zwischen den Armen, neu aufgetretenes Aorteninsuffizienzgeräusch und Pulsdefizit.
Diagnostik
Nach Stanford: Typ A schließt die Aorta ascendens ein, gleichgültig wo der Einriss sitzt und wie weit die Dissektion reicht. Typ B beginnt jenseits der linken Arteria subclavia und lässt die Ascendens frei. Nach DeBakey: Typ I nimmt seinen Ausgang in der Ascendens und reicht über den Bogen hinaus, Typ II bleibt auf die Ascendens beschränkt, Typ III geht von der Descendens aus.
Therapie
Typ A ist ein herzchirurgischer Notfall mit sofortigem Ersatz der Aorta ascendens; unbehandelt steigt die Sterblichkeit um etwa 1 bis 2 Prozent pro Stunde. Typ B wird primär konservativ behandelt mit strenger Blutdruck- und Frequenzsenkung, Zielwerte systolisch 100 bis 120 Millimeter Quecksilbersäule und Herzfrequenz unter 60, bevorzugt mit Betablockern. Interventionell mit Stentprothese nur bei Komplikationen wie Malperfusion, Ruptur oder anhaltendem Schmerz.
Merke
Typ A wird operiert, bei Typ B wird der Blutdruck gesenkt. Diese eine Unterscheidung ist der Kern der Frage.