Kenntnisprüfung Niedersachsen · Gefäßmedizin · Beispielfrage aus der App

Wie wirkt Heparin?

Eine typische Prüfungsfrage aus dem Fachgebiet Gefäßmedizin – beantwortet so, wie man es am Prüfungstisch der mündlichen Kenntnisprüfung sagt: gegliedert, mit den Zahlen und Begriffen, auf die es ankommt. Lesen Sie die Frage, antworten Sie laut, und vergleichen Sie erst dann.

Antwort

Heparin wirkt indirekt. Es bindet an Antithrombin und beschleunigt dessen hemmende Wirkung auf die aktivierten Gerinnungsfaktoren um ein Vielfaches. Unfraktioniertes Heparin ist langkettig genug, um Antithrombin und Thrombin gleichzeitig zu binden, und hemmt deshalb Thrombin, also Faktor IIa, und Faktor Xa etwa gleich stark. Niedermolekulares Heparin ist zu kurz für diese Brückenbildung und hemmt überwiegend Faktor Xa.

Diagnostik

Unfraktioniertes Heparin wird über die aktivierte partielle Thromboplastinzeit gesteuert, Ziel ist das Eineinhalb- bis Zweieinhalbfache der Norm. Niedermolekulares Heparin wird in der Regel nicht überwacht; bei Niereninsuffizienz, Schwangerschaft oder extremem Körpergewicht kann die Anti-Faktor-Xa-Aktivität bestimmt werden.

Komplikationen

Blutung, heparininduzierte Thrombozytopenie Typ II, bei Langzeitgabe Osteoporose. Niedermolekulares Heparin kumuliert bei Niereninsuffizienz.

Merke

Ohne Antithrombin wirkt Heparin nicht. Antidot ist Protaminsulfat, das unfraktioniertes Heparin vollständig, niedermolekulares nur teilweise antagonisiert.

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