Antwort
Medikamentös steht die osmotische Therapie im Vordergrund, eingebettet in allgemeine Maßnahmen zur Hirndrucksenkung.
Diagnostik
Glukokortikoide, konkret Dexamethason, wirken nur beim vasogenen Ödem um Tumoren und Abszesse. Beim Schädel-Hirn-Trauma und beim Schlaganfall sind sie wirkungslos und erhöhen sogar die Sterblichkeit — sie dürfen dort nicht gegeben werden.
Therapie
Osmotherapie mit Mannitol 20 Prozent, 0,25 bis 1 Gramm pro Kilogramm als Kurzinfusion, oder mit hypertoner Kochsalzlösung. Beide erhöhen die Osmolarität im Blut und ziehen Wasser aus dem Hirngewebe über die intakte Blut-Hirn-Schranke ab. Analgosedierung mit Propofol und einem Opioid senkt den zerebralen Sauerstoffbedarf. Bei therapierefraktärem Druck Thiopental-Narkose. Antikonvulsiva bei Krampfanfällen, weil jeder Anfall den Druck weiter treibt.
Komplikationen
Nichtmedikamentös: Oberkörperhochlagerung 30 Grad, Kopf in Mittelstellung ohne Abknicken der Halsvenen, Normothermie, Normoglykämie, Normokapnie. Eine kurzfristige Hyperventilation auf einen CO2-Wert von 30 bis 35 Millimeter Quecksilbersäule ist nur als Überbrückung erlaubt, weil die Vasokonstriktion sonst eine Ischämie erzeugt. Chirurgisch externe Ventrikeldrainage oder dekompressive Kraniektomie.
Merke
Unter Mannitol müssen Serumosmolarität, Natrium und Nierenfunktion kontrolliert werden. Bei Überdosierung droht ein Rebound-Effekt mit erneutem Druckanstieg.