Antwort
Röntgenstrahlung ist ionisierend: Sie schlägt Elektronen aus Atomen heraus, erzeugt freie Radikale und schädigt darüber die DNA. Der Vergleich mit dem Transatlantikflug ist zutreffend — beide liegen in der Größenordnung von etwa 0,02 bis 0,1 Millisievert.
Diagnostik
Man unterscheidet zwei Schadensarten. Deterministische Schäden treten erst oberhalb einer Schwellendosis auf, und ihre Schwere steigt mit der Dosis: Hautrötung, Haarausfall, Katarakt, Fertilitätsstörung, Strahlenkrankheit. Stochastische Schäden haben keine Schwelle; mit der Dosis steigt nur die Eintrittswahrscheinlichkeit, nicht die Schwere. Dazu gehören Krebs und Keimzellmutationen. Genau diese Schäden sind der Grund, warum jede noch so kleine Dosis gerechtfertigt sein muss.
Therapie
Zur Einordnung: Röntgenthorax etwa 0,02 bis 0,1 Millisievert, Abdomenübersicht rund 0,5, CT des Abdomens 10 bis 20 Millisievert. Die natürliche Strahlenexposition in Deutschland beträgt etwa 2 bis 3 Millisievert pro Jahr.
Komplikationen
Es gelten die Grundsätze des Strahlenschutzes: rechtfertigende Indikation durch einen fachkundigen Arzt, ALARA — so wenig wie vernünftigerweise erreichbar, dazu Abstand, kurze Aufenthaltsdauer und Abschirmung. Bei gebärfähigen Frauen muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.
Merke
Der entscheidende Punkt ist nicht, dass ein einzelnes Röntgenbild gefährlich wäre, sondern dass es für stochastische Schäden keine sichere Untergrenze gibt. Deshalb ist jede Untersuchung ohne Konsequenz für die Behandlung eine zu viel.