Antwort
Auch bei euthyreoter Stoffwechsellage wird operiert, wenn die medikamentöse Führung dauerhaft nicht möglich oder nicht sicher ist, oder wenn zusätzliche Gründe hinzukommen.
Diagnostik
Konkrete Indikationen: Unverträglichkeit oder Kontraindikation gegen Thyreostatika, insbesondere nach Agranulozytose; bevorstehende Chemotherapie oder andere knochenmarktoxische Behandlung, weil eine thyreostatikabedingte Agranulozytose dann nicht mehr von der Myelosuppression zu trennen wäre; Malignitätsverdacht mit suspektem Knoten oder auffälliger Feinnadelpunktion; große Struma mit mechanischer Beeinträchtigung, also Trachealeinengung, Dysphagie oder oberer Einflussstauung; retrosternale Struma; Kinderwunsch und Schwangerschaftsplanung; schwere endokrine Orbitopathie, bei der eine Radiojodtherapie den Augenbefund verschlechtern kann; sowie Rezidiv nach medikamentöser Therapie.
Therapie
Voraussetzung ist die präoperative Euthyreose, um eine thyreotoxische Krise zu vermeiden. Bei Morbus Basedow wird in der Regel total thyreoidektomiert, danach lebenslang Levothyroxin substituiert.
Komplikationen
Rekurrensparese, Hypoparathyreoidismus mit Hypokalzämie, Nachblutung mit Trachealkompression, Hypothyreose.
Merke
Der in Prüfungen am häufigsten gesuchte Punkt ist die geplante Chemotherapie: Beide, Thyreostatikum und Zytostatikum, können eine Agranulozytose auslösen, und diese Überlagerung ist der Grund, die Schilddrüse vorher definitiv zu sanieren.