Antwort
Vier histologische Typen, unterschieden nach Ursprungszelle und Differenzierungsgrad.
Klinik
Das medulläre Karzinom produziert Calcitonin, das als Tumormarker und zur Verlaufskontrolle dient. In etwa einem Viertel tritt es hereditär im Rahmen einer multiplen endokrinen Neoplasie Typ 2 auf, verursacht durch eine RET-Mutation — daher immer humangenetische Beratung und Familienuntersuchung.
Diagnostik
Aus den Thyreozyten: das papilläre Karzinom mit etwa 70 Prozent, es metastasiert lymphogen in die Halslymphknoten und hat eine sehr gute Prognose; das follikuläre Karzinom mit etwa 15 Prozent, es metastasiert hämatogen in Lunge und Knochen; das anaplastische oder undifferenzierte Karzinom mit etwa 5 Prozent, das rasch infiltrierend wächst und eine sehr schlechte Prognose mit Überleben von Monaten hat. Aus den parafollikulären C-Zellen: das medulläre Karzinom mit etwa 5 bis 10 Prozent.
Therapie
Papillär und follikulär: Thyreoidektomie mit anschließender Radiojodtherapie, weil differenziertes Gewebe Jod speichert, danach TSH-suppressive Levothyroxintherapie; Tumormarker ist Thyreoglobulin. Medullär und anaplastisch speichern kein Jod, sodass die Radiojodtherapie unwirksam ist.
Merke
Kernpunkt für die Prüfung: Nur die differenzierten Karzinome sprechen auf Radiojod an. Beim medullären Karzinom ist Calcitonin der Marker, bei den differenzierten Thyreoglobulin.