Antwort
An eine parathyreoprive Tetanie durch Hypokalzämie. Bei der Operation wurden die Nebenschilddrüsen geschädigt, devaskularisiert oder mitentfernt, sodass Parathormon fehlt.
Klinik
Typisch sind periorale und akrale Parästhesien, Muskelkrämpfe, Pfötchenstellung der Hand, in schweren Fällen Laryngospasmus und generalisierte Krampfanfälle. Nachweisbar über das Chvostek-Zeichen mit Zucken der Mundwinkelmuskulatur beim Beklopfen des Nervus facialis und das Trousseau-Zeichen mit Pfötchenstellung nach Aufpumpen der Blutdruckmanschette über den systolischen Druck.
Diagnostik
Labor: Kalzium erniedrigt, Phosphat erhöht, Parathormon niedrig oder unmessbar, dazu Magnesium und Vitamin D. Im EKG eine verlängerte QT-Zeit.
Therapie
Akut Kalziumglukonat 10 Prozent langsam intravenös unter EKG-Kontrolle, danach orales Kalzium und aktives Vitamin D als Calcitriol, weil ohne Parathormon die Aktivierung von Vitamin D in der Niere fehlt. Magnesium ausgleichen, da eine Hypomagnesiämie die Parathormonsekretion zusätzlich hemmt.
Merke
Meist ist der Ausfall vorübergehend und erholt sich über Wochen. Deshalb wird nach einigen Monaten ein Auslassversuch unternommen. Differenzialdiagnostisch immer an die Hyperventilationstetanie denken, bei der das Gesamtkalzium normal ist.