Antwort
Strukturiert mit Anamnese, Untersuchung im Stehen und Liegen, dann gezielter Bildgebung. Bei der Leistenhernie reichen Anamnese und klinische Untersuchung meist zur Diagnose.
Klinik
Differenzialdiagnosen: Leistenhernie und Schenkelhernie, Lymphadenitis oder Lymphknotenmetastase, Hodentorsion und Epididymitis, Hydrozele und Varikozele, Leistenzerrung und Adduktorentendinopathie, Coxarthrose mit Leistenschmerz, Psoasabszess, Nierenkolik mit Ausstrahlung, Aneurysma der Arteria femoralis, Senkungsabszess.
Diagnostik
Anamnese: Dauer, Auslöser wie schweres Heben, Husten oder Pressen, Reponierbarkeit, Schmerzcharakter, Stuhlgang und Miktion, Fieber, Voroperationen. Untersuchung: Inspektion im Stehen mit Hustenstoß, Palpation des äußeren Leistenrings mit eingestülpter Skrotalhaut, Prüfung der Reponierbarkeit im Liegen, Beurteilung von Hoden und Nebenhoden, Prüfung der Leistenlymphknoten, immer Seitenvergleich. Bei unklarem Befund Sonographie, gegebenenfalls dynamisch unter Valsalva.
Komplikationen
Bei nicht reponibler, druckschmerzhafter Schwellung mit Übelkeit, Erbrechen und Ileuszeichen liegt eine Inkarzeration vor. Dann wird nicht mehr reponiert, sondern notfallmäßig operiert.
Merke
Beim jungen Mann mit akutem Leistenschmerz gehört die Hodentorsion in die erste Reihe der Differenzialdiagnosen — sie ist zeitkritisch und wird bei Fixierung auf die Leiste leicht übersehen.