Kenntnisprüfung Niedersachsen · Hämatologie und Onkologie · Beispielfrage aus der App
Marcumar und DOAK, wie ist ihre Wirkungen auf extrinsische und intrinsische Gerinnung?
Eine typische Prüfungsfrage aus dem Fachgebiet Hämatologie und Onkologie – beantwortet so, wie man es am Prüfungstisch der mündlichen Kenntnisprüfung sagt: gegliedert, mit den Zahlen und Begriffen, auf die es ankommt. Lesen Sie die Frage, antworten Sie laut, und vergleichen Sie erst dann.
Antwort
Beide greifen unterschiedlich in die Gerinnungskaskade ein, weshalb sie unterschiedliche Laborwerte verändern.
Diagnostik
Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon hemmen die Vitamin-K-Epoxid-Reduktase und damit die Bildung der Faktoren II, VII, IX und X. Faktor VII gehört zum extrinsischen Weg und hat die kürzeste Halbwertszeit, weshalb zuerst und am stärksten der Quick-Wert fällt beziehungsweise der INR steigt, der genau diesen Weg abbildet. Bei stärkerer Wirkung verlängert sich auch die aktivierte partielle Thromboplastinzeit, weil die Faktoren IX und X mitbetroffen sind.
Therapie
Die direkten oralen Antikoagulanzien greifen dagegen an einem einzigen Punkt an, und zwar in der gemeinsamen Endstrecke: Dabigatran hemmt Thrombin, die Xabane hemmen Faktor Xa. Sie verlängern globale Gerinnungstests nur unzuverlässig und dosisabhängig, weshalb INR und aktivierte partielle Thromboplastinzeit zur Steuerung ungeeignet sind.
Merke
Der INR ist ausschließlich für Vitamin-K-Antagonisten validiert. Ein normaler INR schließt eine wirksame DOAK-Spiegelhöhe nicht aus; im Notfall braucht man die Anti-Faktor-Xa-Aktivität oder die Thrombinzeit.
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