Kenntnisprüfung Niedersachsen · Gefäßmedizin · Beispielfrage aus der App
Antikoagulanzien und Antidote?
Eine typische Prüfungsfrage aus dem Fachgebiet Gefäßmedizin – beantwortet so, wie man es am Prüfungstisch der mündlichen Kenntnisprüfung sagt: gegliedert, mit den Zahlen und Begriffen, auf die es ankommt. Lesen Sie die Frage, antworten Sie laut, und vergleichen Sie erst dann.
Antwort
Für jede Substanzklasse gibt es ein spezifisches Vorgehen aus Antidot und Laborkontrolle.
Therapie
Unfraktioniertes Heparin: Protaminsulfat hebt die Wirkung vollständig auf, Steuerung über die aktivierte partielle Thromboplastinzeit. Niedermolekulares Heparin: Protamin wirkt nur teilweise, etwa zu 60 Prozent, Kontrolle über die Anti-Faktor-Xa-Aktivität. Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon: Vitamin K wirkt erst nach Stunden, bei bedrohlicher Blutung deshalb Prothrombinkomplexkonzentrat, Steuerung über den INR. Dabigatran: Idarucizumab als spezifischer Antikörper. Apixaban, Rivaroxaban und Edoxaban: Andexanet alfa, ersatzweise Prothrombinkomplexkonzentrat. Fondaparinux: kein Antidot verfügbar.
Komplikationen
Bei allen gilt zusätzlich: Substanz absetzen, Volumen und Blutprodukte, Tranexamsäure erwägen und die Blutungsquelle versorgen.
Merke
Vitamin K braucht sechs bis zwölf Stunden, bis neue Gerinnungsfaktoren gebildet sind. Bei einer akuten Blutung reicht das nicht, deshalb immer zusätzlich Prothrombinkomplexkonzentrat.
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