Antwort
Medikationsfehler betreffen Verordnung, Zubereitung, Verabreichung und Überwachung. Verhindert werden sie durch die Kontrolle der sechs R vor jeder Gabe.
Klinik
Kaliumkonzentrate sind der klassische Fall: Unverdünnt intravenös verabreicht wirken sie tödlich. Deshalb werden sie getrennt gelagert und nur verdünnt über Perfusor gegeben.
Diagnostik
Fehlerarten: Auslassen einer Dosis, falsche Dosis, falsche Konzentration, falsches Medikament, falscher Patient, falscher Verabreichungsweg, falscher Zeitpunkt, falsche Geschwindigkeit, falsche Zubereitung oder Verdünnung, Unverträglichkeit mit anderen Medikamenten, Gabe trotz bekannter Allergie, unleserliche oder unvollständige Verordnung, missverständliche Abkürzungen und Übertragungsfehler an Schnittstellen wie Aufnahme, Verlegung und Entlassung.
Therapie
Die sechs R vor jeder Gabe: richtiger Patient, richtiges Arzneimittel, richtige Dosierung, richtige Applikationsart, richtiger Zeitpunkt und richtige Dokumentation. Ergänzend werden gefordert: richtige Wirkung und richtige Aufklärung. Weitere Maßnahmen: keine mündlichen Anordnungen außer im Notfall und dann mit Rückbestätigung, keine gefährlichen Abkürzungen wie U für Einheiten, gesonderte Kennzeichnung und Doppelkontrolle von Hochrisikomedikamenten wie Insulin, Heparin, Kalium, Opioiden und Zytostatika, Spritzenetikettierung, sowie die Arzneimittelanamnese mit Abgleich bei jedem Übergang.
Merke
Der wichtigste kulturelle Punkt: Fehler werden gemeldet, nicht verschwiegen. Berichtssysteme wie CIRS arbeiten anonym und sanktionsfrei, weil sich nur so Systemschwächen finden lassen. Und die häufigste Fehlerquelle sind nicht Unwissen, sondern Unterbrechungen und Zeitdruck — deshalb wird beim Richten von Medikamenten nicht gesprochen.