Antwort
Statine hemmen die HMG-CoA-Reduktase und damit die Cholesterinsynthese in der Leber. Insgesamt sind sie gut verträglich; im Vordergrund stehen Muskel- und Leberprobleme.
Diagnostik
Vor Therapiebeginn Transaminasen und Kreatinkinase bestimmen, danach nur bei Beschwerden. Bei Muskelbeschwerden CK kontrollieren und nach Auslösern suchen.
Therapie
Das Risiko steigt mit der Dosis und durch Interaktionen über CYP3A4: Makrolide, Azol-Antimykotika, Ciclosporin, Verapamil und Grapefruitsaft. Auch Fibrate, besonders Gemfibrozil, erhöhen es. Bei Unverträglichkeit Dosisreduktion, Wechsel auf Pravastatin oder Rosuvastatin, alternierende Gabe oder Umstellung auf Ezetimib beziehungsweise einen PCSK9-Hemmer.
Komplikationen
Am häufigsten muskuläre Beschwerden: Myalgien mit Schmerzen und Schwäche, meist symmetrisch und proximal betont. Abgestuft von der einfachen Myalgie ohne CK-Anstieg über die Myopathie mit erhöhter Kreatinkinase bis zur Rhabdomyolyse mit CK über dem Zehnfachen der Norm, Myoglobinurie und akutem Nierenversagen. Weiter Transaminasenanstieg, gastrointestinale Beschwerden, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und ein leicht erhöhtes Risiko für einen neu auftretenden Diabetes.
Merke
Nicht jeder Muskelschmerz unter Statin ist eine Statinmyopathie; im Blindversuch treten sie fast ebenso häufig auf. Ein absolutes Absetzen ist nur bei CK über dem Zehnfachen oder bei Rhabdomyolyse zwingend.