Antwort
Die Diagnose stützt sich auf TSH, freies T4, TPO-Antikörper und die Sonographie. Behandelt wird nur die manifeste oder relevante latente Unterfunktion — mit Levothyroxin.
Klinik
Symptome: Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, Obstipation, trockene Haut, brüchiges Haar, Bradykardie, Zyklusstörungen, depressive Verstimmung, Konzentrationsstörungen, Myxödem. In der Anfangsphase kann es vorübergehend zu einer Überfunktion kommen, der Hashitoxikose, durch Freisetzung gespeicherter Hormone.
Diagnostik
Labor: TSH erhöht bei latenter Hypothyreose mit noch normalem freiem T4, bei manifester zusätzlich erniedrigtes freies T4. TPO-Antikörper sind bei 90 bis 95 Prozent positiv, Thyreoglobulin-Antikörper bei 60 bis 80 Prozent. Sonographie: echoarme, inhomogene Drüse, im Verlauf verkleinert und narbig; in der Frühphase kann sie vergrößert sein. Die Szintigraphie ist nicht Teil der Routine — sie zeigt eine verminderte Technetium-Aufnahme und wird nur bei unklarer Konstellation oder Knoten eingesetzt.
Therapie
Levothyroxin einmal täglich morgens, mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück, mit Wasser und mit Abstand zu Kalzium, Eisen, Protonenpumpenhemmern und Sojaprodukten. Beginn bei jungen Gesunden mit einer vollen Dosis von etwa 1,6 Mikrogramm pro Kilogramm; bei älteren Patienten und bei koronarer Herzkrankheit einschleichend mit 12,5 bis 25 Mikrogramm. Kontrolle des TSH nach 6 bis 8 Wochen. Bei latenter Hypothyreose wird ab einem TSH über 10 behandelt, darunter nur bei Beschwerden, Kinderwunsch, Schwangerschaft, Struma oder hohen Antikörpertitern.
Merke
Drei Punkte: In der Schwangerschaft wird konsequent und mit engeren Zielwerten behandelt, weil das kindliche Gehirn auf mütterliches Thyroxin angewiesen ist; die Dosis muss dann meist um 25 bis 30 Prozent erhöht werden. Die Antikörper werden nicht zur Verlaufskontrolle bestimmt. Und Hashimoto ist mit anderen Autoimmunerkrankungen vergesellschaftet — Zöliakie, Typ-1-Diabetes, perniziöse Anämie, Vitiligo, Morbus Addison.