Antwort
Die vier radiologischen Kardinalzeichen der Arthrose sind Gelenkspaltverschmälerung, subchondrale Sklerosierung, Osteophyten und Geröllzysten.
Klinik
Wichtig ist die Abgrenzung zur rheumatoiden Arthritis: Diese zeigt gelenknahe Osteoporose, Erosionen am Knochenrand, konzentrische — also gleichmäßige — Gelenkspaltverschmälerung und keine Osteophyten. Auch die Verteilung unterscheidet sich: Arthrose betrifft an der Hand die Endgelenke als Heberden- und die Mittelgelenke als Bouchard-Arthrose sowie das Daumensattelgelenk; die rheumatoide Arthritis befällt Grund- und Mittelgelenke und spart die Endgelenke aus.
Diagnostik
Im Einzelnen: Die Gelenkspaltverschmälerung entsteht durch den Knorpelverlust und ist meist asymmetrisch, weil die Hauptbelastungszone zuerst betroffen ist. Die subchondrale Sklerosierung zeigt sich als Verdichtung des Knochens unter dem Knorpel infolge vermehrter Belastung. Osteophyten sind randständige Knochenanbauten, an der Wirbelsäule Spondylophyten genannt. Geröllzysten oder Debris-Zysten sind subchondrale Aufhellungen, entstanden durch eingepresste Gelenkflüssigkeit. Im Verlauf kommen Deformierung, Achsfehlstellung, Subluxation und freie Gelenkkörper hinzu.
Therapie
Die Röntgenbefunde korrelieren schlecht mit den Beschwerden: Ausgeprägte Veränderungen können beschwerdefrei sein und umgekehrt. Behandelt wird deshalb der Patient, nicht das Bild — mit Bewegung, Gewichtsreduktion, Physiotherapie, Analgesie und erst zuletzt endoprothetisch.
Merke
Die Merkhilfe für die vier Zeichen: Spalt schmal, Knochen weiß, Zacken am Rand, Löcher darunter. Und die Kellgren-Lawrence-Einteilung fasst sie in vier Grade — vom fraglichen Osteophyten bis zum aufgehobenen Gelenkspalt.