Antwort
Die Prognose verschlechtert sich, je tiefer der Tumor sitzt. Am ungünstigsten ist das Karzinom des unteren Rektumdrittels.
Klinik
Hinzu kommen zwei chirurgische Nachteile: Im engen kleinen Becken ist der zirkumferenzielle Resektionsrand schwerer einzuhalten, und der Sphinktererhalt ist oft nicht möglich, sodass eine abdominoperineale Exstirpation mit endständigem Stoma nötig wird.
Diagnostik
Der Grund liegt im Lymphabfluss. Das obere Drittel mit 12 bis 16 Zentimetern drainiert nur nach kranial entlang der Arteria rectalis superior zu den paraaortalen Lymphknoten — beste Prognose. Das mittlere Drittel mit 6 bis 12 Zentimetern drainiert zusätzlich seitlich zu den Beckenwandlymphknoten. Das untere Drittel unter 6 Zentimetern drainiert nach kranial, lateral und unterhalb der Linea dentata auch nach inguinal; die Ausbreitung erfolgt damit in drei Richtungen.
Therapie
Deshalb wird beim mittleren und unteren Drittel im Stadium 2 und 3 neoadjuvant radiochemotherapiert und mit totaler mesorektaler Exzision operiert. Beim oberen Drittel genügt in der Regel die partielle mesorektale Exzision ohne Vorbestrahlung.
Merke
Der stärkste unabhängige Prognosefaktor ist der zirkumferenzielle Resektionsrand: Ist er befallen, steigt die Lokalrezidivrate erheblich. Deshalb entscheidet die Qualität der mesorektalen Exzision mehr über das Ergebnis als jede adjuvante Therapie.