Antwort
Der Doppler nutzt die Frequenzverschiebung von Schallwellen, die an bewegten Objekten reflektiert werden. Bewegt sich Blut auf den Schallkopf zu, steigt die empfangene Frequenz; bewegt es sich weg, sinkt sie.
Klinik
Verfahren: Der kontinuierliche Doppler sendet und empfängt gleichzeitig, misst sehr hohe Geschwindigkeiten ohne Aliasing, kann aber nicht sagen, aus welcher Tiefe das Signal stammt — er wird für hohe Flüsse wie über Klappenstenosen genutzt. Der gepulste Doppler misst tiefenselektiv in einem Messfenster, unterliegt aber dem Nyquist-Limit mit Aliasing bei hohen Geschwindigkeiten. Der Farbdoppler codiert die Richtung farblich — rot auf den Schallkopf zu, blau davon weg — und wird dem B-Bild überlagert. Der Power-Doppler zeigt nur die Signalstärke ohne Richtung und ist empfindlicher für langsame Flüsse, etwa bei entzündlicher Hyperämie.
Diagnostik
Die Frequenzverschiebung ist proportional zur Geschwindigkeit und zum Kosinus des Winkels zwischen Schallstrahl und Strömungsrichtung. Daraus folgt die wichtigste praktische Regel: Der Winkel muss möglichst klein sein, unter 60 Grad, weil sonst die Geschwindigkeit erheblich unterschätzt wird. Bei 90 Grad wird gar kein Signal gemessen — anders als beim B-Bild, wo der senkrechte Anschall das beste Bild liefert.
Therapie
Angewendet wird er bei Gefäßstenosen und -verschlüssen, tiefer Beinvenenthrombose, Klappenvitien, Shunts, Nierenarterienstenose, Beurteilung der Durchblutung von Tumoren und Schilddrüsenknoten sowie in der Schwangerschaft an Nabelschnur und Aa. uterinae.
Merke
Die Merkregel: Rot ist nicht Arterie und Blau nicht Vene — die Farbe zeigt nur die Richtung relativ zum Schallkopf und kehrt sich um, wenn man den Schallkopf dreht. Das ist der häufigste Anfängerfehler.